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Anlagestil: Value-Fonds

Mythos und Wahrheit: Value-Fonds

Die Trennung der Aktienwelt in Wachstums- (growth) und Substanzwerte (value) in den Köpfen der meisten Anleger ist noch gar nicht so alt, daher kursiert eine Reihe von Vorurteilen über Value- Aktien im Markt, die nicht ganz ungefährlich sind. Die folgenden Mythen und Richtigstellungen wurden von Morningstar (www.morningstar.com) zusammengefasst:

1. Value-Aktien sind durchwegs "billig"

Das ist nicht notwendigerweise so. Es gibt Value- Fonds-Manager, die sich nicht am Kurs-Gewinn-Verhältnis orientieren, sondern tatsächlich die Substanz einer AG kaufen, und zwar auch dann, wenn das KGV gemessen am Marktdurchschnitt hoch ist.

2. Value-Aktien zahlen hohe Dividenden

Vor zehn Jahren lag die durchschnittliche Dividendenrendite der S&P-500-Aktien bei vier Prozent, heute liegt sie bei einem Prozent. Das liegt zum einen am generell gestiegenen Aktienpreisniveau, zum anderen aber auch daran, dass es heute viele Aktionäre lieber sehen, wenn die Unternehmen ihre Erträge nicht ausschütten, sondern reinvestieren.

3. Value-Aktien sind weniger riskant als Growth-Aktien

Die Statistik bestätigt das keineswegs. Im August 1998 (Emerging-Markets-Krise) verloren USGrowth- Fonds nach Morningstar-Statistiken im Mitttel 16,4 Prozent, Value-Fonds büßten im selben Monat 14,1 Prozent ein. In der Rezession des Jahres 1990 verloren die Value-Fonds im Durchschnitt mit einem Minus von 6,4 Prozent sogar mehr als die Wachstumswerte-Fonds (-2,4 %).

4. Wer diversifizieren will, muss Growth und Value kaufen

Es ist zwar richtig, dass Value- und Growth-Aktien in unterschiedlichen Phasen gut abschneiden - 1992 und 1993 sowie 1997 und im Verlauf des Jahres 1998 lagen Value-Werte voran, wohingegen 1998 und 1999 Wachstumstitel abhoben. Gegner der "Growth-Value-Welt" glauben aber, dass es sinnvoller ist, die Diversifzierung nicht nach Stilen vorzunehmen (was auch gar nicht so einfach ist, weil der Übergang vom Wachstums- zum Substanzwert fließend verläuft), sondern nach Kapitalisierung der Aktien.

Durchschnittsrenditen US-Fonds

Quelle: FONDSprofessionell Ausgabe 1/2001

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