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Janus World Funds Plc – Twenty Fund

Ein Gespräch mit Portfolio-Manager Scott Schoelzel

Twenty Fund Portfolio-Manager Scott Schoelzel

„Wenn man Wachstum aggressiv verfolgt, ist Konzentration ausschlaggebend. Da gute Unternehmen mit Spitzen-Managements eine Seltenheit sind, suche ich nach qualitativ hochwertigen Unternehmen mit langfristiger Ausrichtung sowie einer die Branche dominierenden Lizenz.“


In einem Gespräch mit Janus International erläutert Portfolio-Manager Scott Schoelzel seine Ansichten zu den Märkten und seine Strategie, nach der er den Fonds gegen-wärtig positioniert.

FRAGE: Scott, welche Antwort haben Sie für Anleger, die sich auf Grund der problematischen Wertentwicklung des Fonds im Laufe des letzten Jahres Sorgen machen?

ANTWORT: Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, was sie im Augenblick durchmachen. 100% des Geldes, das ich im Aktienmarkt angelegt habe, befindet sich in dem Janus Twenty Fund mit Sitz in den USA. Ich kann Ihnen daher versichern, dass ich bei einem Einbruch der Wertentwicklung, wie wir ihn in den vergangenen vier oder fünf Monaten erlebt haben, dies auch sehr direkt zu spüren bekomme. Vor diesem Gespräch bin ich in Gedanken noch einmal die jüngste Wertentwicklung des Fonds durchgegangen und muss sagen, dass der Fonds schon ab dem 1. September 2000 im Wesentlichen für dieses Jahr keine Renditen aufwies. Ich überlegte mir dabei, „Wenn das Schlimmste, was die Leute über dich sagen können, die Feststellung ist, dass wir ein Jahr ohne Renditen hatten, wissen Sie, dann könnte ich damit wahrscheinlich leben." Nun, bedauerlicherweise ist die Wertentwicklung des Fonds von September bis heute steil abgefallen und, offen gestanden, in viel stärkerem Maße, als ich erwartet hatte. Wie die meisten Anleger, betrachte ich diesen Fonds jedoch als Anlage über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Unter diesem Aspekt betrachtet, hat sich der Fonds sehr gut gehalten. Für den Fünf-Jahres-Zeitraum zum 31. Januar 2001 verzeichnete der Fonds mit Sitz in den USA durchschnittlich eine Jahresrendite von 26,3%, im Vergleich zu 18,4% für den S&P 500 Index. Wenn ich dies sage, ist mir dabei bewusst, dass viele unter Ihnen im letzten Jahr in den Fonds mit Sitz in Irland angelegt haben und dass Ihre Erfahrung im Augenblick ganz anders aussieht. Ich kann nur sagen, dass ich voll darauf vertraue, dass unser Anlagestil, der sich im Augenblick keiner Beliebtheit erfreut, ein Comeback haben wird und dass unsere Bestände einen stärkeren Aufschwung als der Markt erleben werden.

FRAGE: Welche Faktoren haben Ihrer Ansicht nach hauptsächlich zu dem Abflauen des Marktes im letzten Jahr beigetragen?

ANTWORT: Ich hätte eine Korrektur des Marktes im Jahr 2000 zwar nicht mit Sicherheit voraussagen können, erwartete jedoch, dass eine Korrektur eintreten würde. Wir haben einige sehr gute Jahre auf dem Markt erlebt, und ganz besonders für den Twenty Fund, und es ist ganz normal, dass danach ein Rückgang eintritt. Mittlerweile ist jedoch klar geworden, dass dies über einen bloßen Rückgang des Marktes hinausgeht und dass wir einen doppelten Schlag erlitten haben. Es begann mit einer rollenden Korrektur im Mai/April letzten Jahres, die sich dann im Laufe des Jahres konvulsivisch verschärfte. Danach setzte überraschend der unerwartete Wirtschaftsabschwung ein, der im November begann und zu einem Abschwung des Marktes bis in dieses Jahr hinein geführt hat.

Die Verunsicherung auf dem Markt ist durch das Zusammentreffen von ungefähr drei oder vier Ereignissen verursacht worden.

  1. Insbesondere machten sich schließlich die steigenden Zinssätze in den USA für uns bemerkbar. Die Wirkung der Zinssätze, die der Vorsitzende der Bundesbank, Alan Greenspan, ständig weiter hochtrieb, setzte schließlich ein und führte im September, Oktober und November zu einem echten Konjunkturabschwung.
  2. Der verlängerte Wahlzyklus in den USA war meiner Meinung nach auch ein Faktor. Es ist äußerst ungewöhnlich, dass ein Wahlergebnis 30 oder 35 Tage lang nicht zweifelsfrei feststeht, so wie es hier der Fall war. Auf dem Markt machten sich viele Befürchtungen und eine abwartende Haltung breit, während man versuchte, Spekulationen darüber anzustellen, wer gewinnen würde – die Demokratische oder die Republikanische Partei.
  3. Die Energiepreise, besonders der Preis für Erdgas, waren ebenfalls ein Schock für das System. Der Preis für Erdgas kletterte von $2,50 bis auf $10 oder $11 hoch. Dies ist eine noch nie dagewesene Entwicklung des Preises für Erdgas. Dieser Anstieg der Energiepreise trug zur Dämpfung der Wirtschaft bei, da Privathaushalte und Unternehmen erheblich höhere Versorgungskosten zahlen mussten.
  4. Und schließlich bin ich auch der Ansicht, dass wir global in gewisser Weise von unseren Aktienkursen abhängig geworden sind. Damit will ich sagen, dass Sie, wenn Sie zum Beispiel bei General Electric oder Microsoft oder Cisco Systems angestellt sind, einen hohen Anteil Ihres Gehalts in Form von Aktienoptionen erhalten. Zum ersten Mal in den letzten 18 Monaten haben viele Angestellte bei einigen dieser schnell wachsenden Firmen mit erheblichen Schwierigkeiten in Bezug auf den Wert ihrer Aktienoptionen zu kämpfen. Das hat sich auf ihre Kauffreudigkeit ausgewirkt.
Diese vier Ereignisse verschärften die recht normale Korrektur, die ich erwartet hatte, und verwandelte diesen Rückgang innerhalb einer ganz kurzen Zeitspanne von nur vier oder fünf Monaten in eine äußerst scharfe Korrektur.

FRAGE: Nähern wir uns dem Tiefpunkt oder kann es noch weiter abwärts gehen?

ANTWORT: Ich glaube, dass wir uns dem Tiefpunkt nähern, da es nicht nur Negatives zu berichten gibt. Am Horizont zeichnen sich einige Veränderungen ab, die sich meiner Ansicht nach positiv in der Wirtschaft und auf dem Markt bemerkbar machen werden.
  1. Die Zinssätze in den USA und auf der ganzen Welt haben mehr oder weniger ihren Höchststand erreicht. Der Vorsitzende der Bundesbank, Alan Greenspan, hat zu Beginn dieses Jahres einen entscheidenden Schritt getan und die Zinssätze um 100 Basispunkte herabgesetzt. Ich bin überzeugt, dass er weiterhin wachsam bleiben und die Zinssätze weiter herabsetzen wird, wenn auch vielleicht in geringerem Ausmaß als von den Finanzmärkten erwartet wird.
  2. In den Vereinigten Staaten werden wir in irgendeiner Form eine beträchtliche Steuererleichterung erleben, wodurch wieder mehr Geld in die Taschen der Verbraucher und der Unternehmen fließen wird.

Im Laufe der nächsten sechs bis zwölf Monate sollten diese beiden Ereignisse einen stimulierenden Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben und der Aktienmarkt sollte anfangen, diesen Ereignissen noch vor Ablauf dieses Berichtszeitraums Rechnung zu tragen. Je nachdem, wie sich andere variable Faktoren entwickeln, könnten wir jederzeit in den nächsten drei bis sechs oder neun Monaten eine Marktwende erleben.

Ich rechne damit, dass der Markt in der nächsten Zeit noch sehr unbeständig sein wird. Ich rechne nicht damit, dass dies der V-Tiefpunkt ist, nach dem manche rufen. Ich bin jedoch der Ansicht, dass wir das Schlimmste überstanden haben. Wir sind bei einigen recht überzeugenden Bewertungen von Aktien angelangt, die letztes Jahr als extrem teuer eingestuft wurden. An einem bestimmten Punkt werden die Anleger wieder die finanziellen Hintergrunddaten in Betracht ziehen, und der Markt wird eine Wende erleben.

FRAGE: Wie haben Sie den Fonds letztes Jahr positioniert, um sich diesen Märkten anzupassen und wie gehen Sie jetzt vor?

ANTWORT: Der Schwerpunkt des Fonds bleibt der gleiche wie in den letzten zehn oder elf Jahren. Ich versuche, Unternehmen in den acht oder zehn Wirtschaftssektoren zu finden, die meiner Ansicht nach die besten Wachstumsmöglichkeiten bieten: Technologie, Telekommunikation, Arzneimittel, Einzelhandel, Medien, Finanzdienstleistungen und in einigen eingegrenzten Segmenten wie dem Energiebereich. Ich bin mir darüber im Klaren, dass wir uns in einem schwierigen Umfeld befinden und habe daher Barmittel in Höhe von ungefähr 30% der Fondsbestände aufgebaut. Das hat dazu beigetragen, einen Teil des Kursrückgangs in den letzten vier oder fünf Monaten abzuschwächen. Ich rechne jedoch unbedingt damit, einige der Barmittel in den nächsten zwei bis drei Monaten einzusetzen, wenn der Markt anfängt, den sich ändernden wirtschaftlichen Hintergrunddaten Rechnung zu tragen. Ich habe ein paar Sachen im Auge, aber ich bin augenblicklich sehr vorsichtig in meinem Umgang mit Barmitteln. Ich gehe davon aus, dass ein paar schwierige Wochen und Monate vor uns liegen, und bin nicht so sehr darum besorgt, Aktien zu ihrem absoluten Tiefstpreis zu erwischen. Ich möchte eine Bestätigung dafür, dass eine Wende eingesetzt hat, dass damit begonnen wird, einigen der wirtschaftlichen Unglücksschläge, die dem Markt zugesetzt haben, tatsächlich auf angemessene Weise auf dem Markt Rechnung zu tragen. Dann werden wir das ganze Umfeld überprüfen, werden sehen, welchen Sektoren sich die Anleger wieder zugewandt haben und welche Bewertungen sie bereit sind, dafür zu zahlen. Das ist immer eine interessante Übung, wenn man so eine Zeit hinter sich gebracht hat. Ich habe im Lauf der letzten zehn bis zwölf Jahre einige solcher Zeiten miterlebt und habe sie immer unversehrt überstanden.

FRAGE: Warum haben Sie bei dem rapiden Einbruch der Wertentwicklung keine Ihrer bevorzugten Positionen abgestoßen? Warum haben Sie deren Wertverlust mit dem Markt mitgemacht?

ANTWORT:

In einem solchen Umfeld, wie wir es in den letzten fünf Monaten erlebt haben, sind qualifizierte Unternehmen wahllos mit dem Markt heruntergezogen worden. Im Wesentlichen hat der Markt dabei das Kind mit dem Bad ausgeschüttet.

Meine Verkaufsdisziplin ist in diesem Umfeld die gleiche geblieben. Ich stoße ein Unternehmen ab, wenn die finanziellen Hintergrunddaten des Unternehmens nachlassen. Wenn es auch beim Kursrückgang geschmerzt hat, habe ich dennoch keine Unternehmen abgestoßen, bei denen ich der Ansicht bin, dass die Korrektur, die sie erfahren haben, in einem erheblichen Missverhältnis zu irgendeiner Verschlechterung ihres Geschäfts steht. Sun Microsystems hat zum Beispiel um ungefähr 50% korrigiert, und wenn alles vorbei ist, werden die Erträge um ungefähr $0,10, vielleicht sogar nur um $0,08 hinter dem Stand zurückbleiben, den man vor ungefähr einem Jahr erwartet hatte. Daher glaube ich, dass genau in dem Moment, als die Dinge bei den Kursgewinnen vielleicht ein wenig zu euphorisch wurden, sie nun beim Kursrückgang übertrieben pessimistisch werden.

Zwei Beispiele für Unternehmen, die ich wegen sich verschlechternder Hintergrunddaten abstieß, waren Lucent und Nortel. In beiden Fällen stieß ich die Aktien ab, weil wir erkannten, dass die finanziellen Hintergrunddaten sich unproportional zur restlichen Branche verschlechterten und dass Cisco der Nutznießer sein würde.

Für mich sind also die finanziellen Hintergrunddaten des jeweiligen Unternehmens wirklich entscheidend, weil es unmöglich ist, den Markt genau abzupassen. Aus diesem Grund habe ich Leuten immer wieder vorgeschlagen, dass sie Anlagen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren werten sollen. Sie sollen sich auf die finanziellen Hintergrunddaten der jeweiligen Unternehmen konzentrieren, in die sie angelegt haben und sich nicht zu sehr wegen der täglichen Schwankungen des Marktes sorgen. Glauben Sie mir, ich weiß, dass das nicht einfach ist. Um es noch einmal zu sagen, die Korrektur, die wir hinnehmen mussten, begann bezeichnenderweise eigentlich um den 1. September.

FRAGE: Sie haben erwähnt, dass Cisco Marktanteile von Lucent und Nortel weggeschnappt hat. Warum sind Sie der Ansicht, dass Cisco immer noch trotz der Beurteilung durch die Wall Street marktführend in dieser Branche ist?

ANTWORT: Ich gebe zu, dass es schwer zu erkennen ist, welche Richtung Cisco bei dieser kurzfristigen Überschaubarkeit einschlägt. Aber auf der Grundlage unserer Analysen von Cisco bin ich ziemlich überzeugt, dass es das Unternehmen ist, das längerfristig auch weiterhin führend in seiner Branche sein wird. Vor ungefähr zwei Wochen war ich gerade bei Cisco und habe mich ein paar Stunden mit John Chambers zusammengesetzt. Er war sehr offen darüber, in welche Richtung sie glauben, dass Cisco gehen wird und wie hoch die Anteile sind, die sie ihrer Erwartung nach Rivalen wie Lucent und Nortel wegnehmen werden. Sie sind sich auch der Bedrohung bewusst, die ihrem Unternehmen von solchen Firmen wie Juniper Communications lauert. John Chambers hat auf äußerst überzeugende Weise dargelegt, warum die Netzwerkbranche insgesamt ein jährliches Wachstum zwischen 30% und 50% im Verlauf der nächsten drei bis fünf Jahre verzeichnen sollte, und wie Cisco, da sie führend in dieser Branche sind, in der Lage sein sollte, daraus Kapital zu schlagen.

FRAGE: Für manche Anleger sind Janus und der Twenty Fund gleichbedeutend mit Anlagen in Technologie. Verwalten Sie den Twenty Fund als Technologie-Fonds?

ANTWORT: Auf keinen Fall. Ein Aspekt, der in Bezug auf Janus und insbesondere den Twenty Fund am meisten missverstanden wird, ist der, dass dies nicht einfach ein Technologie-Fonds ist. Tatsächlich sind Unternehmen aus einer Reihe verschiedener Branchen in den Top zehn Positionen im Fonds vertreten. General Electric, Goldman Sachs, AIG, General Motors, Pfizer, Viacom und Charles Schwab sind alles Bestände in den Top zehn oder elf Positionen innerhalb des Fonds. Sie sehen also, dass wir außer Unternehmen wie Cisco und EMC eine Reihe von Beständen außerhalb des Technologie-Sektors in solchen Bereichen wie Versicherungen und Finanzdienstleistungen halten.

FRAGE: Sie glauben also, dass das Ende der Korrektur in Sicht ist und dass der Twenty Fund eine solide Anlagemöglichkeit ist?

ANTWORT: Ja. Ich glaube, dass wir uns auf einen Tiefpunkt zubewegen. Die Zinssätze haben größtenteils ihren Höhepunkt erreicht und fangen an zu fallen. Eine Steuererleichterung zeichnet sich irgendwo am Horizont ab. Normalerweise beginnt die Wirtschaft, die Auswirkungen niedrigerer Zinssätze irgendwann zwischen sechs und zwölf Monaten zu spüren. Der Markt wird dem wiederum Rechnung tragen. Ich nehme daher an, dass der Markt im ersten Vierteljahres-Ertragszeitraum ein klein wenig schwächer sein wird und dass Unternehmen beim Eintritt ins zweite Quartal und bis Sommeranfang sehr vorsichtig sein werden. Aber irgendwann in diesem Zeitraum wird der Großteil der schlechten Nachrichten bekannt und bereits in der Bewertung des Marktes enthalten sein. Ich glaube, dass manche Anleger in drei oder vier Jahren zurückblicken und denken werden, „Mein Gott, warum habe ich mich nicht im April 2001 oder im Mai 2001 in den Markt eingekauft?" Dabei kann ich mich um ein oder zwei Monate irren, aber ich wäre sehr überrascht, wenn in einem Jahr oder in achtzehn Monaten die Bewertung des Fonds und des Aktienmarktes allgemein nicht bedeutend höher wäre. Und in Anbetracht der langfristigen Entwicklung dieses Fonds hat sich dies als guter Standort erwiesen, wenn der Markt dann tatsächlich einen Aufschwung erlebt.

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