Marktgeschehen - Überlegungen zur veränderten Marktsituation
Wir sind alle geprägt durch die Erfahrungen der Börsenzeit von 1982 bis ins Frühjahr 2000. Viele sprechen heute von der Jahrhunderthausse.
In diesen 18 Jahren hat die Börsenentwicklung dazu geführt, dass Sie selbst nach dem schlechtest denkbaren Börseneinstieg, in relativ kurzer Zeit Ihr eingesetztes Kapital wieder auf dem Konto hatten.
Die nunmehr über zwei Jahre anhaltende Baissephase zeigt sehr deutlich, dass sich im Vergleich zu dieser Jahrhunderthausse etwas wesentliches verändert hat.
Der Kapitalerhalt nach kurzer Zeit hat sich nicht bestätigt. Eine Situation die heute zu einer starken Verunsicherung bei den aktienorientierten Anlegern führt.
Auch die zweite Erscheinung dieser Zeit, dass wenigstens nach sieben Jahren - gerechnet vom Börsenhöchststand - eine zweistellige Rendite p.a. erreicht wird, ist mit Fragezeichen behaftet.
Damit stellt sich die berechtigte Frage, ob der aus dieser Zeit geprägte Zeitraum "langfristig" - sprich sieben Jahre - neu definiert werden muss. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Zeiträume, wie in den 60/70iger Jahren oder gar in den 30iger Jahren, als langfristig zu bezeichnen sind? Damals mussten in einzelnen Märkten 15 bis 25 Jahre Zeit mitgebracht werden, um die ursprünglichen Kurse wieder zu sehen!
Wie wahrscheinlich ist es also, dass wir ähnliche Haussephasen wie in den 80/90iger Jahre erleben oder uns in der Anfangsphase einer Seitwärts-/Baissephase wie in den 60/70iger Jahren befinden?
Wenn wir auf das langfristig beste Wirtschaftsbarometer, also die Entwicklung der Börse hören, dann müssen wir von einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass wir uns eher in einem sekundären Bärenmarkt, als in der Anfangsphase einer neuen Börsenhausse befinden. Wen dem so wäre, bringen Sie dann genügend Zeit und Disziplin mit?
Lassen Sie uns einen Blick zurück - auf die Zeit der Jahrhunderthausse - und dann auf das aktuelle Marktumfeld werfen.
Die Börsenzeit von 1982 bis ins Frühjahr 2000 war durchaus von Krisen geprägt. 1987 der weltweite Börsencrash, 1990/91 der Golfkrieg, 1995 das Erdbeben in Kobe, 1997 die Asienkrise, 1998 die Russland- und LTCM-Krise. Trotzdem waren es für die Anleger die schönsten Jahre überhaupt. Der Kalte Krieg ging vorbei, die Wirtschafts- und Unternehmensentwicklungen boomten. Arbeitsplätze waren sicher. In der Summe genossen wir alle ein nie gekanntes Maß an Sicherheit. Die Krisenwährung Gold war 20 Jahre ein Verlustbringer. Die Aktienbörsen boomten und markierten bald in Quartalsabständen ein Börsenhoch nach dem anderen. In diesem Marktumfeld war der Verbraucher der Liebling aller Unternehmer. Er fühlte sich sicher und stellte mit seinem Konsum die beste Basis für weiter steigende Unternehmensergebnisse dar. Eine Basis die erhöhte Investitionen in aktienorientierten Anlagen rechtfertigte.
Das hat sich in den letzten zwei Jahren peu á peu, in den letzten Monaten verstärkt verändert!
Unser aktuelles Marktumfeld ist geprägt
- durch die neue Währung. Im Alltag erleben wir wesentlich höhere Preissteigerungen als uns die statistische Inflationsrate weiß macht.
- durch stark rückläufige Unternehmensgewinne. Weitere Entlassungswellen sollen die Ertragslage verbessern. Die riesigen Unternehmenspleiten, Holzmann und Kirch ziehen viele kleine Unternehmen in die Insolvenz. Die Angst um den Arbeitsplatz, "den Bekannten hat es schon erwischt" breitet sich aus.
- durch die erste Staatspleite seit dem Krieg. In Argentinien wird wieder mit Waren gehandelt!
- durch Attentate. Djerba zeigt, dass nach den US-Attentaten keine friedliche Zeit eingekehrt ist.
Fazit: Der Konsument ist stark verunsichert.
Folge: Gelder werden zurückgehalten, typisches Sparverhalten, Konsumverweigerung.
Sollte sich daran zeitnah nichts ändern, dürften die Auftragseingänge bei den Unternehmen vorerst rückläufig bleiben. Dann bleiben jedoch die gewünschten Gewinnsteigerungen aus.
Sir John Templeton, Waren Buffet und Marc Faber prophezeien zehn Jahre seitwärts tendierende Aktienmärkte. Für Norbert Walter (Chefvolkswirt der Deutschen Bank) sind die europäischen Aktienmärkte heute zu ca. 30 % überbewertet. Der amerikanische Aktienmarkt zu ca. 50 %. Es sei nur noch nicht klar, ob das ganze noch in diesem Jahr oder erst in zwei Jahren korrigiert wird.
Aussagen, die zum Nachdenken anregen müssen!
Schließlich alles Szenarien die einen großen Börsenaufschwung in Frage stellen!?
Was spricht für einen positiven Börsentrend ?
1.) Sehr hohe Liquidität und niedriges Zinsniveau. Attraktive Anlagealternativen fehlen.
2.) Hoher Pessimismus am Markt, als Kontraindikator klares Kaufsignal.
3.) Kaufsignale durch ansteigende Frühindikatoren. wird. Hohe Produktivität bei den herstellenden Unternehmen. Die beste Basis für steigende Gewinne.
Marktvergleich der Jahre 1982 und 2002
Die Kriterien von 1.) - 3.) waren 1982 identisch. Keiner wollte in dieser Zeit Aktien kaufen! Vor allem in den letzten Tagen vermehren sich auch in der Presse Artikel die eine Börsenphase wie in den 60/70iger Jahren nicht mehr ausschliessen. Wenn der öffentliche Pessimismus weiter zunimmt, ist eine nahe Aufwärtsrally nicht auszuschliessen.
Gerade in einem schwierigen Börsenumfeld zählen nur die fundamentalen Daten der Unternehmen. Am besten ist das in der aktuell verstärkten Nachfrage von Aktien mit günstigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Osteuropa und Asien zu erkennen.
In Europa und den USA sind die derzeitigen KGV's nur dann gerechtfertigt, wenn die Unternehmensgewinne schnell und nachhaltig steigen. Ansonsten sind dort die Aktien schlicht und ergreifend - trotz der zwischenzeitlich stark gefallen Kurse - überbewertet. Beispiel gefällig? 1982 hatte eine amerikanische Exxon ein KGV von 5, eine General Electric von 9! Heute - nach zwei Jahren fallenden Kursen - KGV's von 25!
Ein weiterer, wesentlicher Unterschied ist in der Vermögensaufteilung zu sehen. Lag der Aktienanteil (Aktien und Aktienfonds) 1982 bei unter 10% der Volksvermögen, so liegt dieser Anteil in Deutschland heute bei über 20% und in den USA bei nahezu 55%. Bedingt durch die Erfahrungen der beiden letzten Jahre, zeigt sich eher die Bereitschaft die Aktienquote beim Erreichen der Einstandskurse zu reduzieren, als jetzt zu erhöhen.
Wenn man ergänzend zu den oben aufgeführten Punkten die Grafik über Aktienmarktentwicklungen in den letzten 131 Jahren analysiert und versucht eine mögliche Hausse oder eine weiter vor uns liegende Baisse zu erkennen, sind die Marktrisiken nicht unerheblich.

An unserem auf Ertrag aufgebautem Wirtschaftssystem wird sich nichts ändern. Deshalb werden wir langfristig mit aktienorientierten Anlagen auch zukünftig überdurchschnittliche Renditen erzielen. Aber was ist in den nächsten Jahren langfristig? Reichen sieben Jahre? Oder werden es 15 oder gar mehr Jahre?
Dies kann niemand unter Garantie beantworten. Da unsere oben gemachten Ausführungen jedoch gewisse Wahrscheinlichkeit für weitere Baissephasen nicht ausschließen können, sollten alle Investoren die glauben für solch eine lange Zeit zu wenig Geduld mitzubringen und vor allem die Investoren, die weniger als fünfzehn Jahre vor ihrem dritten Lebensabschnitt stehen bzw. sich schon in diesem befinden, anstehende und auch bestehende Aktienengagements - selbst wenn sie im Verlust sind - hinterfragen.
Wer zukünftig verstärkt auf sicherheitsorientierte Anlagen setzten möchte, findet mit dem von uns seit Jahren propagierten Produkten CS Euroreal und im KanAm grundinvest eine interessante Alternative.
Wenn Sie an bestehende Aktien und Aktienfonds festhalten wollen, empfiehlt sich in jedem Fall eine 10- 20 %ige Beimischung eines PEH Q Gold Mines und/oder Mercury World Gold & Mining Fonds. Die Hebelwirkung gibt Ihrem Depot in Krisenphasen eine Möglichkeit der Depotabsicherung. Entwickelt sich die Börsenwelt positiv, dann lässt sich die dann möglicherweise schlechte Entwicklung Ihrer "Goldader" auch verschmerzen, schließlich machen Ihnen dann 90% Ihres aktienorientierten Portfolios wieder Freude.
Buchempfehlung:
Investment Fonds verstehen und richtig nutzen, Andreas Rühl
29,90 Euro; ISBN 3-89879-015-0
Weitere Informationen zum Anlagethema "Gold":
» Börsebrief von Martin Siegel: Der Goldmarkt Juni 2002 (PDF; 77 KB)
» Zeitschrift Finanzen zeichnet den PEH Q-Goldmines als Fonds des Jahres 2001 aus
» Hintergrundinformationen zum Mercury World Gold & Mining Fonds und "Gold" als Fondsanlage.
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