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Quo vadis, Gold?
von Robert Rethfeld
Gold ist seit über 5000 Jahren das vom Menschen gewählte Zahlungsmittel. Warum
auch immer, wegen seiner Knappheit, seiner Schönheit, seiner Formbarkeit. Wahrscheinlich
aus all diesen Gründen. Gold hat einen inneren Wert.
Papiergeld ist vom Staat autorisiertes offizielles Zahlungsmittel. Seit Wert gründet
sich auf Vertrauen in den Staat, den Bürgern vernünftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Kann der Staat diese Aufgabe nicht mehr erfüllen,
sinkt der Wert von Papiergeld.
Man muß unterscheiden zwischen dem relativen Verhältnis der Währungen untereinander
(hauptsächlich Dollar, Euro, Yen) und deren Verhältnis zu Gold. In der gegenwärtigen
Situation versucht jeder Staat, sein Geld durch niedrige Kredite möglichst
billig zu machen, um die Menschen zum Geldausgeben zu bewegen und damit die wirtschaftliche Aktivität wieder zu beleben (siehe Zinssenkungen). Zusätzlich wird
die Druckerpresse angeworfen. Die Geldmengen steigen weltweit.
Ob jetzt der Dollar zum Euro sinkt oder steigt, ist letztendlich zweitrangig. Wichtig ist die Relation der Papierwährungen zum Gold. Verändern Sie ihren Blickwinkel. Sehen
Sie Gold als stabil an. Papierwährungen steigen oder fallen gegenüber der festen
Größe Gold. Man erkennt, daß die großen Währungen dieser Welt in den vergangenen
beiden Jahren gegenüber Gold an Wert verloren haben. Zwischen 1980 und
2000 war es umgekehrt.
Steigt Gold weiter, so ist dies nicht ein Zeichen der Goldstärke, sondern der Schwäche
der staatlich garantierten Papierwährungen. Wie sieht Gold charttechnisch aus?
Diese Grafik befindet sich
ständig aktualisiert auf der
Startseite von Wellenreiter-
Invest.de. Sie ist meine wichtigste
Grafik. Seit Wochen
schon hatte ich eine potenzielle
Tasse/Henkel-Formation
eingezeichnet. Diese
Formation wurde zuerst von
William O’Neil im Jahr 1988
in seinen Buch „How to make
money in stocks“ beschrieben.
In der klassischen technischen
Analyse spricht man von einer gerundeten Bodenformation.
Anhand des obigen Charts ist zu erkennen, daß sich der linke obere Rand der Tasse
Ende 1998 bildete. Den Boden erreichte die Formation im April 2001 mit 250 Dollar/
Unze. Genau ein Jahr später, im April 2002, fand der Goldpreis mit 330 Dollar/Unze
seinen vorläufigen Höchststand. Die Bildung der Tasse war abgeschlossen.
Der Henkel bildete sich in den vergangenen neun Monaten in einer scheinbar chaotischen
Art und Weise. Wenn man genau hinschaut, ist es ein aufsteigendes Dreieck.
Hier wird Spannungsaufbau signalisiert. Der Ausbruch aus einem aufsteigenden
Dreieck – so er denn nach oben erfolgt – kann eruptiv sein. Ziel dieser Tasse/ Henkel
Formation sind 390 Dollar/Unze. Wahrscheinlich werden nur wenige Wochen benötigt,
um dorthin zu gelangen.
Dies ist das Monatschart des Gold/Silber Index (XAU), wie es auf meiner Website
unter „Invest“ zu sehen ist. Der Index besteht aus Gold- und Silberminen-Aktien. Man
kann erkennen, daß sich der Index in den vergangenen Wochen zwischen 60 und 90
Punkten bewegte. Man erkennt eine potenzielle umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-
Formation. Die linke Schulter bildete sich 1998 heraus, der Kopf im Jahr 2000 und
die rechte Schulter in diesem Jahr. Die rechte Schulter ist vollendet, wenn der Kurs
die gelbe Linie (200-Monats-Durchschnitt) durchbricht.
Meine Position gegenüber Gold ist Langzeit-bullisch. Im Wellenreiter vom 16. August
2002 hatte ist dies begründet; entsprechende Investment-Tipps sind dort nachzulesen.
(siehe Wellenreiter-Archiv).
Den Wellenreiter vom 18.Oktober hatte ich mit einer kleinen Vorhersage enden lassen.
Ich sagte, daß die Wahrscheinlichkeit für einen Umkehrpunkt der Börse Ende
November 2002 sehr groß sei. Der Dow machte sein Schlußstand-Hoch am 27. November.
Den nächsten Umkehrpunkt signalisieren meine Zeit-Indikatoren für Weihnachten.
Die Woche zwischen den Jahren ist traditionell eine Woche mit steigenden
Börsenkursen...
Robert Rethfeld
Dezember 2002
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