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Merrill Lynch Investment Managers - World Sector Series

Healthscience Fund -
Die Gesundheitsbranche hat mehr als nur „Big Pharma“ zu bieten!

August 2001. Wie für viele globale Branchen gilt auch für die Gesundheitsbranche, dass sie stark von den grossen Unternehmen dominiert wird. So machten die grössten 10 Werte im MSCI World Healthcare Index (dem Vergleichsindex für den Mercury Selected Trust World Healthscience Fund) zum 14. August 2001 63,2% der gesamten Marktkapitalisierung der Branche aus. Daher verwundert es nicht, dass die meisten Anleger bei Gesundheit sofort an die Spitzenwerte des „Big Pharma“ wie Pfizer, Johnson & Johnson und GlaxoSmithKline denken – allesamt ausgesuchte Beispiele für “defensive” Anlagewerte. Wenn alles um einen herum zusammenbricht, dann, so scheint der Markt sagen zu wollen, sollte man zu den Werten des „Big Pharma“ greifen. Denn Medikamente braucht jeder, und durch die in den Industrieländern ständig älter werdende Bevölkerung steigt die Nachfrage und mit ihr das Gewinnwachstum. Und genau dies war im letzten Jahr der Fall.

Performance der zehn grössten Unternehmen im MSCI World Healthcare Index
Performance der zehn grössten Unternehmen
im MSCI World Healthcare Index

Pharmaunternehmen: Warum wir die Schwergewichte untergewichten
Werfen wir zunächst einen Blick auf ihre Performance seit Jahresbeginn (siehe Tabelle). Ungeachtet der Anzeichen, die auf robuste Gewinne hindeuten, hatten die Werte des „Big Pharma“ mit negativen Nachrichten zu kämpfen. So könnten die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung Anleger dazu veranlassen, ihr Geld auf der Suche nach konjunkturempfindlicheren Anlagewerten aus der Pharmabranche abzuziehen.
Unsere negative Haltung gründet sich zudem auf das schwierige politische Umfeld für die Branche. Wir denken hier insbesondere an den Druck auf die Preise als Folge der Umstrukturierung von Medicare. Auch während der Kongresswahlen 2002 dürfte dieses Thema zu den politischen Spitzenthemen in den USA gehören. Und falls keine gute Lösung gefunden wird, dürfte es auch in den Präsidentschaftswahlen 2004 weiter für Zündstoff sorgen. Von zentraler Bedeutung ist aber auch die Verschärfung des Zulassungsprozesses für neue Medikamente in den USA. Eine neue und feste Führung der US-Aufsichtsbehörde FDA könnte diese Situation entschärfen. Die Ernennung eines neuen Behördenleiters könnte jedoch in ein politisches Gerangel münden, dessen Auflösung ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen kann.

Aus unserer Sicht ebenfalls Grund zur Sorge ist der Mangel an neu entwickelten Medikamenten der grossen Pharmaunternehmen, die das Zeug zu einem Kassenschlager hätten. Je grösser die Unternehmen werden, umso höher werden die Schwellen für eine weitere Forschung, so dass die Entdeckung und Entwicklung nur noch solcher Medikamente vorangetrieben wird, die ein Umsatzpotenzial von mehr als 1 Mrd. US$ haben. Damit sind Pharmaunternehmen gezwungen, die Biotechnologiebranche nach neuen führenden Produkten als Ergänzung zu ihren internen Bemühungen zu durchkämmen. Daher lautet einer unserer Grundsätze, jene Unternehmen zu meiden, bei denen dieser Trends besonders ausgeprägt ist (siehe Merck und zahlreiche der grossen europäischen Hersteller). Gleichzeitig halten wir an Engagements (wenn auch deutlich untergewichtet) in Unternehmen fest, die u. E. besser positioniert sind (Pfizer).

Insgesamt sind wir in der Branche stark untergewichtet. Als Anleger mit starker Ausrichtung auf Wachstumswerte sind wir davon überzeugt, dass es innerhalb der Gesundheitsbranche viel versprechendere Teilbereiche wie die Biotechnologie, Krankenhausmanagement und Anbieter von Gesundheitsinformationen gibt.

Biotech: ein Markt für Stockpicker
Wie für die grossen Pharmaunternehmen lief auch für Biotech-Werte das Jahr 2000 gut. Die in diesem Jahr erzielte Performance ist bislang allerdings weniger beeindruckend ausgefallen. In dieser stark volatilen Teilbranche erscheinen die Bewertungen häufig überzogen. Dennoch sind wir von den langfristigen Aussichten ausgewählter Unternehmen stärker überzeugt als von denen der Werte des „Big Pharma“. Biotech-Firmen investieren einen grösseren Prozentsatz ihrer Ausgaben in For schung und Entwicklung als beispielsweise die grossen Arzneimittelkonzerne. Hierdurch konnten sie günstige Vereinbarungen mit den Unternehmen des „Big Pharma” abschliessen, was wiederum ihrer Kapitalverzinsung auf die Sprünge geholfen hat. Diese Faktoren waren unter anderem ausschlaggebend für unsere stetig ausgeweitete Gewichtung in der Biotech-Branche seit Auflegung des Fonds.
Innerhalb der Biotech-Branche konzentrieren wir unsere Einzeltitelauswahl auf folgende drei Bereiche: Zum einen auf Grossunternehmen, die Produkte haben, mit denen Umsätze und Gewinne erwirtschaftet werden, und deren Bilanz wir unter die Lupe nehmen können. Hierzu gehört beispielsweise Amgen. Zum zweiten auf Biotech-Unternehmen, die ein Produkt auf dem Markt oder in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung haben. Hier gehören Unternehmen wie Medarex zu unseren Beteiligungen. Medarex entwickelt Pharmazeutika basierend auf Antikörpern, die in der Krebstherapie, in der Transplantationsmedizin und in anderen Bereichen zum Einsatz kommen. Besagte Unternehmen verfügen aus unserer Sicht über ausreichend liquide Mittel, um ihre Aktivitäten in den kommenden Jahren zu finanzieren. Zudem dürften ihre Gemeinkosten unter Kontrolle sein.
Zur dritten Gruppe der für uns interessanten Biotech-Werte gehören Anbieter von Schlüsseltechnologien, so genannte „Tool-kit“-Unternehmen. Aus diesem Bereich haben wir das kleine Unternehmen Lexicon Genetics ausgewählt, das über den grössten Bestand an genetisch veränderten Mausembryonen verfügt. Das klingt befremdlich, ist aber von zentraler Bedeutung, um das Funktionieren von Proteinen zu verstehen, was wiederum für die Genomik elementar wichtig ist.

Aufstrebende Anbieter von Pharma- und Gesundheitsinformationen
Wie bei bestimmten Biotech-Werten so gilt auch für kleinere, aufstrebende Pharmawerte, dass sie davon profitieren, für grosse Pharmakonzerne die Lücke neuer Medikamente zu schliessen und so eine herausragende Kapitalverzinsung zu erzielen. Entsprechend sind wir bei zahlreichen dieser Unternehmen übergewichtet, u. a. bei Skyepharma.

Auch unsere Engagements bei Anbietern von Gesundheitsinformationen haben wir aufgestockt. Der Markt für solche Dienstleistungen wird durch eine kleine Zahl von Unternehmen dominiert, die sich folglich eine gewisse Preismacht erarbeitet haben. Zu den interessanten Beteiligungen in diesem Bereich gehört Cerner, ein führender Anbieter von klinischen und verwaltungsspezifischen Informationen und wissensbasierten Systemen. Ein weiteres bedeutendes Engagement haben wir bei Baxter International aufgebaut, eines der weltweit führenden Unternehmen in der Medizintechnik. Das Unternehmen profitiert von dem weltweiten Engpass bei Blutkonserven für Bluter.

Krankenhausmanagement: Eine Wachstumsstory
Darüber hinaus sind wir auch von den starken Wachstumsaussichten der im Management von Krankenhäusern/ Gesundheitseinrichtungen aktiven Unternehmen überzeugt. Durch die 1997-98 erfolgten Kürzungen der staatlichen Zuwendungen für Medicare waren zahlreiche Krankenhäuser gezwungen, den Betrieb einzustellen, was zu einer Verringerung der Krankenhausbetten führte. Gleichzeitig wird die Bevölkerung aber immer älter und lässt damit die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steigen. Dies führte zunächst zu stabilen Preisen und dann zu einer Ausweitung des Angebots, was sich wiederum in steigenden Gewinnen niederschlägt. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Bereich auch mittelfristig einen nachhaltigen Aufschwung verzeichnen wird. Entsprechend sind wir stark bei Lifepoint Hospitals, Tenet Healthcare und Wellpoint Health Networks engagiert.

Jordan Schrieber
Fondsmanager
Mercury Selected Trust World Healthscience Fund

Dokument zum Dowonload
Healthscience Fund August 2001 (PDF; 94 KB)



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