Die Wachstumsfonds von Metzler
- ein Konzept mit Zukunft
Die Hochs und Tiefs am Börsenhimmel
Das Geschehen an den Aktienbörsen ist oft nur
schwierig nachzuvollziehen.Die Stimmung der
Anleger schwankt zwischen totaler Euphorie und
absoluter Niedergeschlagenheit.Noch in den ersten
Monaten des Jahres 2000 schienen die Aktienkurse
in den USA und Europa nur eine Richtung zu kennen,
nämlich aufwärts – insbesondere im Segment Hoch--
technologie.Hierin spiegelte sich die zunehmende
Bedeutung dieses Bereiches in den vergangenen
Jahren wider:Weltweit war von Jahr zu Jahr ein
steigender Prozentsatz der Unternehmensinvestitio-
nen in die Hochtechnologie geflossen,um Kosten
zu senken.Heute sind High-Tech-Investitionen der
größte Einzelposten bei Unternehmensinvestitionen,
und dies wird sich auch in den kommenden Jahren
nicht ändern.
Jeder wollte von den enormen Wertsteigerungen an
den Aktienbörsen profitieren,und so floß eine
gewaltige Liquidität in die Märkte.Gleichzeitig war
das wirtschaftliche Umfeld geprägt von niedrigen
Zinsen und einem robusten Wachstum.Aufgrund
dieser günstigen Rahmenbedingungen kam der
Liquiditätsstrom nicht zum Stillstand und ließ die
Unsicherheiten,insbesondere am Neuen Markt,
immer stärker anwachsen.Ein gewagtes Unter-
fangen,wenn der Blick für das Wesentliche,nämlich
fundamentale Wirtschafts-und Unternehmenszahlen,
bei den Anlegern verloren geht.
Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Nach den starken Kurssteigerungen bis Ende März
2000 war eine Korrektur zu erwarten.Die eigentliche
Überraschung war die Dynamik der Abwärtsbewe-
gung.Dies läßt sich damit erklären,daß innerhalb
von nur drei Monaten ein abrupter Umschwung in
der Einschätzung der US-Konjunktur erfolgte.
Während noch im August diskutiert wurde,ob sich
das amerikanische Wirtschaftswachstum jemals
abschwächen würde,machte sich dann im
November die Angst vor einer Rezession in den
USA breit.Dieser scharfe Wechsel war von keinem
Wirtschaftsexperten auch nur annähernd vorausge-
sehen worden.Die von allen erwartete „weiche
Landung ” der US--amerikanischen Konjunktur hätte
die Gewinnerwartungen keinesfalls in dem Ausmaß
verschlechtert,wie dies anschließend der Fall war.
Statt einer „vernünftigen “ Korrektur der Aktienkurse –
insbesondere bei Technologiewerten – setzten die
Rezessionsbefürchtungen dann jedoch eine
Abwärtsspirale in Gang,von der auch die Aktien
absolut gesunder Unternehmen nicht verschont
wurden.Die Befürchtungen,daß die Inflationsraten
infolge des zu starken US-Wirtschaftswachstums
deutlich steigen würden – was noch vom starken
Anstieg der Ölpreise unterstützt wurde – bewirkten
ein Sinken der Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs).
Das Sinken der KGVs (wichtige Leitmarke von
Analysten und Investoren)löste auch bei nicht kon-
junktursensitiven Werten eine kräftige Kurskorrektur
aus.Dies galt auch für qualitativ hochwertige
Wachstumswerte,deren Gewinnentwicklung durch
eine Konjunkturabschwächung im allgemeinen
nicht berührt wird,so zum Beispiel für die Aktien des
Finanzdienstleisters MLP und des Biotechnologie-
Zulieferers Qiagen,was insgesamt bei den Metzler-
Wachstumsfonds zu den überdurchschnittlich
hohen Preisrückgängen führte.
Metzlers Wachstumskonzept im Spiegel der Börsenlage
Das Konzept der Wachstumsfonds basiert auf lang-
fristige Wachstumstrends,vor allem auf solche,die
im Zusammenhang stehen mit der sich verändernden
Altersstruktur der Bevölkerung in den Industriestaaten.
Dort steigt die Anzahl älterer Menschen stetig an.
Unter diesem Aspekt lassen Branchen wie Finanz-
dienstleistungen,Gesundheitsvorsorge,aber auch
Biotechnologie für die kommenden Jahre ausge-
zeichnete Wachstumsaussichten erwarten.Ähnliches
gilt für innovative Unternehmen aus der Informations-
und Kommunikationstechnologie.Deren Wachstums-
dynamik kann zwar mit den Konjunkturzyklen
schwanken;langfristig zeigen diese Werte jedoch
ein Gewinnwachstum,das weit über dem Durch-
schnittswert von Unternehmen aus traditionellen
Branchen liegt.
Wichtigster Grundsatz beim Management unserer
Wachstumsfonds ist die konsequente Auswahl von
Einzeltiteln.Im Mittelpunkt stehen Unternehmen,
die ein überdurchschnittliches Wachstumspotential
erkennen lassen aufgrund ihrer Marktstellung,ihrer
Produktinnovationen sowie ihres erfolgreichen
Managements und Marketings.Eine nur unterge-
ordnete Rolle spielt dagegen die Länderzugehörigkeit
der Aktien.Ein anderer wichtiger Grundsatz unserer
Strategie ist die langfristige Ausrichtung unserer
Anlageentscheidungen,was auch Kontinuität und
Nachvollziehbarkeit beinhaltet.Sowohl in über-
schwenglichen als auch in schwierigen Börsenzeiten
ist so gewährleistet,daß das Management-Team
nicht sprunghaft reagiert.Wir bleiben bei einer ein-
mal getroffenen Anlageentscheidung,solange uns
die langfristigen Aussichten für diesen Wert über-
zeugen.Kurzfristige – auch extreme – Schwankun--
gen in der Wertentwicklung haben also zunächst
keinen Einfluß auf die Anlageentscheidung.Erst
wenn sich zeigt,daß ein Wert langfristig kein
Wachstumspotential mehr verspricht,nehmen wir
ihn aus dem Portfolio.
Bei der derzeitigen Talfahrt im Wachstumsbereich
allgemein und im Technologiesektor sind auch Aktien
von Unternehmen in den Abwärtsstrudel geraten,
die fundamental erstklassig sind,also grundsätzlich
sehr gesund,und deren Wachstumspotential langfri-
stig nicht beeinträchtigt ist von den veränderten
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.Wir gehen
daher davon aus,daß die Aktien dieser Gesellschaften
zu den großen Gewinnern zählen werden,wenn die
Aktienmärkte zu einem neuen Aufschwung ansetzen.
Den genauen Zeitpunkt des Börsenaufschwungs
kann momentan niemand voraussagen.Wir nehmen
jedoch aus heutiger Sicht an,daß sich die Börsen in
unmittelbarer Nähe der Tiefstände befinden.
Die drei wichtigsten Voraussetzungen für eine Trend-
wende sind erfüllt:
- Die monetären Rahmenbedingungen sind gut.
Die US-amerikanische Notenbank hat mit den
drei Zinssenkungen im Januar und im März,
denen noch etliche Zinssenkungen folgen werden,
von einer restriktiven auf eine expansive Geldpolitik
umgeschaltet.Das Geldmengenwachstum hat
sich inzwischen auf Raten beschleunigt,die wir
zuletzt in der Rußland/-bzw.Asienkrise 1998
sehen konnten.Die japanische Notenbank ist
ebenfalls auf eine expansive Geldpolitik umge-
schwenkt.Damit dürfte genügend Liquidität für
Aktienkäufe vorhanden sein.Nur die europäische
Zentralbank hat sich bisher dem Trend nicht
angeschlossen – wird dies aber unserer
Einschätzung nach in den nächsten Monaten tun.
- Viele Aktienkurse befinden sich auf einem sehr
niedrigen Stand.Die Bewertung vieler Aktien liegt
zur Zeit auf einem Niveau,das wir zuletzt 1998
gesehen haben.Die breiten Aktienindizes sind zur
Zeit um zirka 30 Prozent untergewichtet.Diese
Untergewichtung ist deutlich stärker,als dies
1998 oder in der US-Rezession 1990 der Fall war.
Viele Wachstumswerte sind heute weit stärker
untergewichtet;die Gelegenheit zum Einstieg
ist damit günstig.Dies zeigt sich beispielsweise
darin,daß in den USA neuerdings selbst
„Value-Fonds “,die normalerweise ihr Vermögen in
unterbewertete Standardwerte anlegen,in
Technologietitel investieren.
- Die Börsenstimmung geht in Richtung
Aufschwung.Die Stimmung ist so „bearish “ wie
normalerweise an Börsentiefständen – z..B.nach
dem Crash 1987,im Herbst 1990 und im Oktober
1998.Die Erfahrung lehrt,daß es anschließend
aufwärts geht,und daß diese Stimmung als
Kontraindikator zu bewerten ist.
Allerdings werden die Konjunkturmeldungen in den
nächsten Monaten zunächst noch negativ bleiben.
Dies ist jedoch ganz normal;die Börsen erleben ihre
Tiefstände immer vier bis sechs Monate früher als
die Konjunktur.
Der erste Aufwärtsschub der Aktienmärkte fällt
erfa rungsgemäß relativ deutlich aus,wenn diese
Konstellation gegeben ist.Nach einer signifikanten
Börsenwende lag der Anstieg in den ersten zwölf
Monaten in den USA bisher bei durchschnittlich
40 Prozent.
Was macht eine Aktie zu einer Wachstumsaktie?
Bevor ein Wert den Sprung in das Metzler-Wachstumsportfolio schafft,wird er eingehend geprüft.
Entscheidend für eine Anlage ist der Gesamteindruck des Unternehmens.Folgende Kriterien ziehen wir zur
Beurteilung heran:
- Das Umsatz-und/oder Gewinnwachstum.Das Unternehmen muß mit überdurchschnittlicher Rate stetig wachsen – Einstiegshürde sind bei Metzler--Wachstumsfonds in der Regel 15 Prozent pro Jahr.
- Die Price-Earnings-to-Growth-Ratio (PEG).Zur Ermittlung dieser Kennziffer wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis
durch das erwartete Gewinnwachstum der kommenden drei bis fünf Jahre geteilt.Das Verhältnis
gibt den Analysten Aufschluß über die relative Höhe der Aktien-Bewertung unter Berücksichtigung des
Wachstums der Gewinne.Ein PEG unter 1,5 – was eine vernünftige Bewertung ist – halten wir für attraktiv..
- Korrekturen von Gewinnschätzungen durch Analysten.Korrekturen nach oben zeigen,daß sich der Ausblick für die Entwicklung des Unternehmens aus Sicht der Analysten verbessert hat.
- Die sogenannte Growth-Duration.Sie gibt Aufschluß darüber,wie lange ein Unternehmen wachsen muß,
bis sich das überdurchschnittlich hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis dem Marktdurchschnitt angeglichen hat.
Das Ergebnis dient der Plausibilitätskontrolle.Das heißt,inwieweit ist es realistisch,daß ein Unternehmen
mit einer angenommenen Wachstumsrate die Gewinne über den ermittelten Zeitraum steigern kann.
- Qualitative Kriterien.Hierzu gehören Technologie-und Marktführerschaft,Managementqualität,Wettbe-
werbssituation und Patentschutz sowie Eintrittsbarrieren in relevanten Märkten.Bei einer Wachstumsaktie
muß die „Story “ stimmen,,das heißt,die qualitativen Faktoren müssen uns von der Tragfähigkeit des
Unternehmenserfolgs überzeugen.
Wachstumsaktien eignen sich vor allem für den
langfristigen Vermögensaufbau.Allerdings bergen
sie nicht nur höhere Chancen als die klassischen
Standardtitel,sondern auch höhere Risiken infolge
größerer Kursschwankungen.Diese Risiken können
von Wachstumsfonds durch die Diversifikation in
viele Einzeltitel erheblich gemindert werden.Den-
noch:Wachstumsaktien sind und bleiben anfälliger
für deutliche Kursschwankungen als Standardwerte.
Auf enorme Aufwärtsbewegungen können scharfe
Korrekturen folgen.Im Gegensatz zu Wachstums-
unternehmen sind zyklische Unternehmen sehr
stark abhängig vom Konjunkturverlauf.Denn je
nach Konjunkturlage besteht mehr oder weniger
Spielraum,die Preise für Produkte und Dienst-
leistungen zu erhöhen.Bei einer Abschwächung
der Konjunktur geraten die Gewinnmargen zyklischer
Unternehmen erheblich stärker unter Druck als die
von Wachstumsunternehmen.Im derzeit desinflatio-
nären Umfeld,das heißt bei sinkenden Inflationsraten,
ist es für die meisten Unternehmen nicht möglich,
höhere Kosten über Preissteigerungen an die Kunden
weiterzugeben.In einer solchen Situation entwickeln
sich daher gerade jene Unternehmen am besten,
die überdurchschnittlich wachsen.Solange diese
Rahmenbedingungen bestehen bleiben,werden
Wachstumsaktien Standardaktien in puncto Wert-
entwicklung schlagen.Und dies wird nach unserer
Einschätzung noch viele Jahre der Fall sein.
Haben Wachstumswerte also noch Zukunft?
Um es vorweg zu nehmen:Ja,und zwar ohne Ein-
schränkung.Denn demograp ische Veränderungen
und der steigende Einsatz von Informations-und
Kommunikationstechnologien sind keine kurzfristigen
Modeerscheinungen.Sie spiegeln grundsätzliche
Strukturveränderungen wider,die sich über viele Jahre
inziehen.Wir stehen erst am Anfang großer sozial-
und wirtschaftspolitischer Umwälzungen – und das
weltweit.Die Überalterung der Bevölkerung in
den industrialisierten Ländern schreitet weiter voran.
Und auch die Globalisierung ist aus der heutigen
Welt nicht mehr wegzudenken.Der ieraus resultie-
rende Druck,die Kosten zu senken,zieht hohe Inve-
stitionen im Technologiebereich nach sich.
Allerdings wird in vielen Branchen auch eine Auslese
stattfinden,die bisher bei jeder Technologiewelle
in der Wirtschaftsgeschichte zu beobachten war.
So gab es beispielsweise 1905 noch 480 Auto-
mobilhersteller in den USA;50 Jahre später haben
ganze drei Unternehmen überlebt.Auf heute
übertragen heißt das:Es ist bereits jetzt abzusehen,
daß viele Neugründungen von Internetfirmen auf
der Strecke bleiben werden.
Gerade vor diesem Hintergrund eignet sich für den
langfristigen Vermögensaufbau ein ausgewogenes
und breit gestreutes Aktienportfolio.Kurzfristige
Spekulationen haben in Metzlers Anlagestrategie
keinen Platz.Vielmehr sind unsere Fondsmanager
bestrebt,die Ciscos und Microsofts von morgen zu
entdecken.
Warum sind die USA und Europa derzeit die
interessantesten Anlageregionen für
Wachstumswerte?
Nach Ansicht unserer Fondsmanager bieten nach
wie vor die USA und Europa das größte Potential an
Wachstumsaktien.Die originären Wachstumstrends
entstehen noch immer weitgehend in den USA
und stärken deren Vorreiterrolle in diesem Bereich.
Zurückzuführen ist dies vor allem auf das Wirt-
schaftsumfeld,das flexibel und nur von wenigen
staatlichen Eingriffen belastet ist und deshalb in den
vergangenen Jahren auch viele Unternehmen aus
anderen Regionen der Welt angelockt hat.Die
Spitzenstellung der USA wird für den Rest der Welt
auch in den kommenden Jahren kaum angreifbar
sein.Ein überproportional hoher Anteil von qualitativ
herausragenden Wachstumsunternehmen ist in den
USA zu finden;deshalb liegt der Schwerpunkt des
Metzler Wachstum International in Nordamerika.
Asien spielt in der Anlagestrategie des weltweit
anlegenden Metzler Wachstum International derzeit
nur eine sehr untergeordnete Rolle,da die asiatischen
Güter-und Arbeitsmärkte noch immer stark reguliert
sind.Japans Bevölkerungsstruktur weist außerdem
die höchste Überalterung unter den industrialisierten
Ländern auf.Dies hat zwangsläufig einen Rückgang
des Konsums zur Folge.Diese Wachstumshinder-
nisse werden auch in den kommenden Jahren
weiter bestehen.Unsere Fondsexperten halten
deshalb verstärkte Investitionen in japanische Aktien
für derzeit wenig aussichtsreich.
Europa ist aufgrund von staatlichen Deregulierungen
und eingeleiteten Reformen auf dem besten Weg,
deutlich gegenüber den USA aufzuholen.Bereits
heute gibt es in Europa viele erstklassige Wachstums-
unternehmen,die weltweit eine herausragende
Marktstellung haben.Die beiden Wachstumsfonds
Metzler Euro Growth und Metzler Euro Small Cap
setzen konsequent auf die Wachstumsdynamik
europäischer Unternehmen.
In puncto Kursentwicklung gibt der US-amerikanische
Aktienmarkt nach wie vor die Richtung für alle
übrigen Börsen vor.Seine Rolle als Leitbörse wird
auch in den kommenden Jahren unangetastet
bleiben.Zwar mehren sich die Stimmen,daß sich
die europäischen Börsen in absehbarer Zeit von der
Kursentwicklung am US-Aktienmarkt abkoppeln
könnten.Dies halten wir jedoch eher für unwahr-
scheinlich – erstens aufgrund der monetären
Führungsrolle der US-Notenbank und zweitens
angesichts des hohen Anteils der USA von mehr
als 20 Prozent am weltweiten Bruttosozialprodukt.
Unsere Fondsmanager sind sich aber einig in der
Einschätzung,daß sich einzelne europäische
Wachstumswerte unabhängig von den jeweiligen
Trendvorgaben an den Börsen hervorragend
entwickeln werden.
Werden sich die hohen Kursschwankungen
bei Wachstumswerten wieder abschwächen?
Die Frage nach der hohen Volatilität der Wachstums-
werte beschäftigt momentan viele Anleger.Ist es
richtig,in Wachstumswerte zu investieren,wenn
man weiterhin mit einer höheren Schwankungs-
breite rechnen muß als noch vor einigen Jahren?
Gundsätzlich muß man diese Frage mit „Ja “
beantworten.Denn die Marktvolatilität ist zwar
gestiegen;für die Auswahl von Wachstumswerten
unter langfristigen Anlagegesichtspunkten hat
dies jedoch kaum eine Bedeutung.
Die durchschnittliche Tagesbewegung der Nasdaq
betrug in den vergangen 30 Jahren 0,75 % gegenüber 2,5 %in den vergangenen 12 Monaten. Ein
wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt
vermutlich in der zunehmenden Bedeutung der
„Hedge-Fonds“.
Weltweit gibt es heute zirka 6.100 solcher Fonds
mit einem Gesamtvolumen von knapp 500 Mrd.
US-$.Dieses Volumen wird normalerweise durch
die Aufnahme von Krediten noch verdoppelt bis
verdreifacht.Bei einer durchschnittlichen Umschlags-
häufigkeit des Vermögens dieser Hedge-Fonds von
20 bis 30 pro Jahr bedeutet dies eine Erhöhung der
Börsenumsätze von mehr als 25 Billionen US-Dollar
und damit ein enormes zusätzliches Handelsvolu-
men.Angesichts dieser Zahl und der kurzfristigen
Aktionen dieser Hedge-Fonds wird die zunehmende
Volatilität der Aktienmärkte verständlich.Man muß
leider davon ausgehen,daß sich dieser Trend in den
nächsten Jahren eher verstärken wird.Dennoch
bergen Wachstumswerte langfristig im Vergleich zu
Standardwerten ein überdurchschnittliches Rendite-
potential.Die untere Grenze des Gewinnwachstums
für Werte,die in unsere Wachstumsfonds
aufgenommen werden,liegt mit 15 Prozent mehr
als doppelt so hoch wie das langfristige Gewinn-
wachstum bei Standardwerten.Investoren mit
einem langfristigen Anlagehorizont sollten deshalb
auf Wachstumswerte nicht verzichten.
Wie investiert das Managementteam derzeit?
Die Metzler-Wachstumsfonds sind voll investiert und
haben nur eine relativ geringe Kasseposition.Eine
strategische Kasse wird aufgrund der Problematik
des Markt-Timings nicht gehalten;das Management-
konzept sieht generell keine strategische Kasse-
position vor.Auch die derzeitige Marktlage hat an
dieser grundsätzlichen Ausrichtung nichts geändert.
Häufig wird uns auch die Frage gestellt,ob aufgrund
der hohen Kursrückschläge bestimmte Positionen –
insbesondere im Technologiesektor – abgebaut
werden.Es macht jedoch nach unserer Einschätzung
keinen Sinn,die mit langfristigen Erwartungen auf-
gebauten Aktienpositionen aufgrund kurzfristiger
Börsenschwankungen abzustoßen.Selbstverständlich
werden die Portfolios permanent beobachtet.Aktien,
die unsere ursprünglichen Erwartungen langfristig
nicht mehr erfüllen,werden verkauft.Der Gegenwert
wird in qualitativ höherwertige Titel investiert.So
werden auch die aktuellen Mittelzuflüsse dazu
verwendet,Wachstumswerte nachzukaufen,die
derzeit unserer Einschätzung nach stark unterbe-
wertet sind.
Die Entwicklung der vergangenen Monate hat uns
nicht dazu veranlaßt,größere Umschichtungen in
den Fonds vorzunehmen,die fundamental nur
schwer zu begründen gewesen wären.Im Gegen-
satz zu einigen Mitbewerbern im Growth-Bereich
haben wir daher unsere grundsätzliche Ausrichtung
beibehalten und uns beispielsweise nicht von
unseren Technologiewerten getrennt.Auch haben
wir keine Werte in die Portfolios aufgenommen,
die per Definition keine Wachstumswerte sind.So
haben beispielsweise einige Mitbewerber im Bereich
„internationale Aktien “ positive Performancebeiträge
verzeichnen können durch Werte aus dem Bereich
der Energieversorgung (insbesondere Öl-Aktien).
Diese Werte zählen jedoch nicht zu den klassischen
Wachstumswerten und sind daher in unseren
Wachstumsportfolios nicht vertreten.
Werte,die zur Zeit aufgestockt werden,weil sie
weiterhin mittel-bis langfristig ein hohes Wachstums-
potential haben und unserer Einschätzung nach zum
Teil stark unterbewertet sind,sind zum Beispiel:
- Nokia (Technologie/Telekommunikation)
- ST Microelectronics (Technologie)
- Altana (Pharma)
- Escada (Konsum)
- Texas Instruments (Technologie)
- Home Depot (Konsum)
- T iel Logistik (Dienstleistungen)
- Beiersdorf (Konsum)
Wir werden die günstigen Einstiegskurse dieser Werte
in den nächsten Wochen für Nachkäufe nutzen.
Die wichtigsten Verkäufe in den Wachstumsport-
folios waren in den letzten Wochen:
- SCM Microsystems (Technologie)
- Sonera (Telekommunikation)
- Direkt Anlage Bank (Finanzdienstleistungen)
- Bank Vontobel (Finanzdienstleistungen)
Ein Wort zum Abschluß
Die genannten Fakten und Einschätzungen sollen
nicht über die erheblichen Kursrückgänge der
vergangenen Monate hinweg täuschen.Wir wollen
Ihnen jedoch die Gewißheit geben,daß das
Wachstumskonzept weiterhin Bestand hat.Viele
hervorragende Wachstumswerte,die in den vergan-
genen Monaten von der Abwärtsspirale erfaßt
wurden,werden sich in den kommenden Wochen
mit Erfolg zurückmelden.In einem langfristig
ausgerichteten Portfolio sollten diese Werte auf
keinen Fall fehlen.Langfristig orientierte Investoren,
die kurzfristige Kursrückschläge zugunsten einer
langfristig überdurchschnittlichen Rendite hinnehmen
können,sollten deshalb auf ausgesuchte Wachs-
tumsfonds nicht verzichten.
Stand:März 2001
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