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Klassische Risikokennziffern

Korrelation

  • Die Korrelation gibt an, ob ein linearer Zusammenhang zwischen zwei oder mehreren Variablen besteht.
  • Der Wert kann zwischen -1 und +1 liegen.
  • Positive Korrelation: Hohe Werte der einen Variablen gehen mit hohen Werten der anderen Variablen einher.
  • Negative Korrelation: Hohe Werte der einen Variablen gehen mit niedrigen Werten der anderen Variablen einher.
  • Geringe Korrelation: Zwischen den Variablenwerten besteht kein Zusammenhang.
  • Die Korrelation gibt einen ersten Anhaltspunkt, ob zwei Märkte gleichlaufend sind.

Vorsicht: Es besteht kein notwendiger Kausalzusammenhang.

"Während einer nur Zahlen und Zeichen im Kopf hat, kann er nicht dem Kausalzusammenhang auf die Spur kommen."

Schopenhauer

Beispiele für hohe Korrelationen bei der ein stucktureller Zusammenhang, aber kein logischen Zusammenhang besteht:

  • Es wurde eine positive Korrelation zwischen der Anzahl der Buchstaben in den Namen amerikanischer Football-Spieler und der Anzahl der Siege in der Saision 1984 errechnet.
  • In Deutschland ist in Gebieten mit höherer Storchenpopulation auch eine höhere Geburtenzahl zu verzeichnen. Dies ist jedoch wohl eher dem Zufall zuzuschreiben. Oder glauben Sie an den Klapperstorch?

Korrelation ist eine wichtige Kennziffer,
man darf sie jedoch nicht isoliert betrachten.

Wie in den Beispielen gezeigt wurde, können sonst Nonsenskorrelationen zustandekommen oder die Ursache-Wirkungsbeziehung vertauscht werden. Zur Analyse von Zusammenhängen sind zusätzlich die entsprechenden Fachkenntnisse und Erfahrung notwendig.

Rangkorrelationskoeffizient Streupunktdiagramm

COV: Kovarianz

  • Die Kovarianz gibt an, inwieweit sich zwei Werte gleichförmig bewegen.

Anwendung:

Durch Kombination zweier - für sich betrachtet - risikoreicher Wertpapiere mit gegenläufigen Schwankungen, kann ein Portfolio mit geringem, ja sogar ohne Risiko erstellt werden:

Beispiel für Risikoausgleich

Standardabweichung

Die Standardabweichung gibt an, wie stark Performancewerte in der Vergangenheit um einen Erwartungswert schwankten. Es ist ein gewichteter Durchschnitt der Abweichungen vom Erwartungswert.

Formel für die Standardabweichung vereinfacht: Formel für die Standardabweichung

Erläuterung:
pi : Wahrscheinlichkeit der Performance
xi : Performance zum Zeitpunkt i
: Erwartungswert der Performancezahlen
Annahme: Jeder Performance ist gleich wahrscheinlich.

Ein Beipiel:

Zahlenbeispiel

Annahme: Gleiche Wahrscheinlichkeit für jede Performance (in diesem Fall 1/6)

Formel und Berechnung des Beispiels

Wahrscheinlichkeitsverteilung:

Gausssche Klockenkurve

Standardabweichung: Sigma = 14,5
Erwartungswert: x = 39,5
Wahrscheinlichkeitsintervall: mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,5% liegt die Rendite zwischen 10,5% und 68,5%.

Der b  - Faktor

  • b  ist das Risiko, das nicht durch Diversifizierung eliminiert werden kann.
  • b  ist ein relatives Risikomaß. Es gibt an, wie stark sich eine Investition im Wert verändert, bei einer bestimmten Veränderung des Marktes.
  • Für den Investor ist b  ein relevanter Risikoparameter, wenn er sein eigenes Risiko mit dem Risiko des Marktes vergleichen möchte und darauf aufbauend seine Investitionsentscheidung trifft.
  • Je höher b  , desto aggressiver ist der Managementansatz.

Beispiel:
Baring German Growth vs. FAZ Index
(relatives Risiko) = 0,8

  • Steigt der Index um 10%, steigt der Baring Fonds um 8%.
  • Fällt der Index um 10%, fällt der Baring Fonds nur 8%.

Richtlinien für den Investor

  • Möchte man eine aggressive Strategie verfolgen, wählt man einen Fonds mit einem hohen b  , ist man eher defensiv eingestellt, wählt man Fonds mit niedrigem b  .
  • Fonds mit einem b   von 1 sind Fonds, deren Risiko identisch ist mit dem Marktrisiko. Dazu gehören alle indexierten Fonds.
  • b   sollte beachtet werden, wenn das absolute Risiko von nachrangigem Interesse ist.

Formel

Der a - Faktor

  • Zeigt, ob der Portfoliomanager ein guter Stock-Picker ist.
  • Alpha ist der Ertrag des Portfolios, der den zu erwarteten Ertrag übersteigt.

Das Sharpe Ratio

  • Das Sharpe Ratio ist ein relatives Risikomaß.
  • Das Sharpe Ratio gibt an, wieviel Risikoprämie man für eine Einheit des absoluten Risikos bekommt.
  • Man vergleicht die Sharpe Ratios von Portfolio und Benchmark.
  • Je höher das Sharpe Ratio, desto mehr bekommt man für das eingegangene Risiko bezahlt.

Formel: Sharpe           Ratio

Si : Sharpe Ratio des Portfolios i
Ri: : Ertrag des Portfolios i
RFR : risikofreie Anlage
Sigma : Standardabweichung

Tracking Error

  • Der Tracking Error ist die Standardabweichung der Differenzen zwischen Portfolio und Benchmark.
  • Der Tracking Error ist ein relatives Risikomaß.
  • Je höher der Tracking Error, desto mehr wird außerhalb der Benchmark investiert.
  • Für einen perfekten Indexfonds, wäre der Tracking Error "null"
  • Ein Tracking Error von 3% bedeutet, daß die annualisierte Differenz zwischen der Portfolio- und der Benchmarkrendite in 2 von 3 Jahren in einem Korridor zwischen +3% und -3% liegt. Der Bezugszeitraum ist ein Jahr.

Formel: Trecking Error

Duration

  • Die Duration ist die gewichtete durchschnittliche Kapitalbindungsdauer der diskontierten Zahlungsstöme.
  • Oder: Wann habe ich die Hälfte aller Zahlungsströme erhalten?
  • Die Duration einer Anleihe ist immer kürzer als dessen Restlaufzeit.
  • Ausnahme: Bei Zerocoupon Anleihen sind Duration und Restlaufzeit identisch
Duration

Was bringt mir die Duration:

Mit Hilfe der Duration kann ich ermitteln, wie stark sich der Preis eines Bonds oder eines Bondportfolios ändert, wenn sich die Rendite ändert.

Kalkulation der Duration

Formel

PVCF : diskontierter Cash Flow
PVTCF : Preis eines Bonds zum Zeitpunkt der  Couponzahlung
k : Anzahl der Couponzahlungen pro Jahr
n : Anzahl der Jahre
t : Periode

Preisänderung in Prozent = - Modified Duration x Renditeänderung x 100

Beispiel:

Anleihe mit 9% Coupon, 5 Jahre Laufzeit, Rendite von 6% und halbjährlicher Zinszahlung

Beispiel:

Anleihe mit 9% Coupon, 5 Jahre Laufzeit, Rendite von 6% und halbjährlicher Zinszahlung. Die Rendite steigt plötzlich von 6,0% auf 6,1%.

Preisänderung in Prozent = - Modified Duration x Renditeänderung x 100
= - 4,07 x (+0,001) x 100 = - 0,41%

Duration - Anwendung I

  • Wer eine Anleihe mit den im Beispiel beschriebenen Eigenschaften hält, weiß, daß bei einem Renditeanstieg um 0,1% der Preis der Anleihe ungefähr 0,41% nachgib.t
  • Dasselbe gilt für ein Portfolio. Aufgrund der Portfolio-Duration kann man errechnen, wie ein Portfolio auf Renditeschwankungen reagiert.
  • Hilfe für den Investor:Mit Hilfe der Duration kann er einen Fonds auswählen,der seiner Risikobereitschaft und Markteinschätzung entspricht.
  • Aus der Angabe der erlaubten Durationsbandbreite in einem Fonds kann der Investor ableiten, wie hoch die Preissensitivität auf Renditeänderungen in einem Fonds sein kann.

FAZIT:
  • Duration wird bewußt als Instrument zur Risikosteuerung eingesetzt und ist ein guter Indikator für Preisänderungsrisiken.
  • Je höher die erlaubte Duration, desto länger sollte der Investmenthorizont sein .

Nachteile der Duration

Die Aussagefähigkeit der Duration ist begrenzt, da die Prämissen, die ihr zugrunde gelegt werden auch erfüllt werden müssen.

  • Die Annahme einer parallelen Verschiebung der Zinskurve ist meistens unrealistisch.
  • Die Aussagekraft der Duration als Risikomaß nimmt mit der Krümmung der Zinskurve ab.
  • Bei starken Zinsänderungen resulieren zu große Abweichungen.
    (in der Abb.: angenommener und tatsächlicher Kurvenverlauf fallen auseinander)

Ein Beispiel

Baring Fonds - Eine Übersicht der Performance und Risikokennziffern

Baring Fonds - Eine Übersicht der Performance und Risikokennziffern

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