Die Bedeutung des "Sharpe Ratio"
Wie kann man zwischen verschiedenen Anlagen mit unterschiedlichen Renditepotenzial und
Risikograd unterscheiden?
Das Sharpe Ratio oder Sharpe-Maß, anhand dessen man die erwartete Rendite dem Risiko anpassen kann, ist bei dieser Entscheidung nützlich. Mit dem Sharpe Ratio misst man die risikoadjustierte Wertentwicklung eines Investments, wobei diese Kennzahl die Rendite per Risikoeinheit angibt.
Diese Gleichung, bei der die Standardabweichung als Volatilitätskomponente dient, wird gewöhnlich dazu verwendet, um Investmentfonds mit ähnlichen Anlagezielen zu bewerten. Man kann sie jedoch auch zur Beurteilung anderer Wertpapiere einsetzen.
Im Gegensatz zum Betafaktor (der anhand unterschiedlicher Benchmarks für Aktien- und Rentenfonds errechnet wird) wird die Standardabweichung für alle Wertpapiere und Fonds auf die gleiche Weise ausgerechnet. Der Betafaktor kann daher manipuliert werden, indem man den Index ändert. Mit dem Sharpe Ratio hingegen kann man die Renditen von Aktienfonds direkt mit den Renditen von Anlagen in Rentenwerten vergleichen.
INTERPRETATION DES "SHARPE RATIO"
Je höher das Sharpe Ratio, desto besser schneiden die Portfoliorenditen im Verhältnis zum Risiko des Investments ab. Zwischen dem Risiko und der Rendite besteht eine ganz einfache Beziehung: Je höher die Standardabweichung eines Fonds, desto höher müssen die Überrenditen ausfallen, damit der Fonds ein hohes Sharpe Ratio erhält. Umgekehrt weist auch ein Fonds mit mäßigen Renditen, aber niedriger Volatilität ein hohes Sharpe Ratio auf.
Das Sharpe Ratio ist nur dann von Bedeutung, wenn es mit denen anderer Portfolios verglichen wird. Und genau darin liegt der wirkliche Vorteil dieser Kennzahl. Wenn man sie einzusetzen versteht, kann dies bei der Beurteilung des heutigen Markts sehr nützlich sein.
Quelle: American Express Bank Ltd.; Update 06/01
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