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STERN-INVEST-UNIVERSAL-FONDS

Martin Amrhein im Interview

Martin Amrhein"100 Prozent sind eine realistische Zielgröße"

Nach den Index-Tiefständen an den weltweiten Aktienmärkten erholen sich Wertpapiere zunehmend von ihrer Schwäche. Besonders Telekommunikations- und Technologietitel gehören zu den Gewinnern. Ein Trend, den Fondsmanager Martin Amrhein erkannt hat. Seit Anfang November berät der Fondsberater mit der Vermögensberatungsgesellschaft Carat Asset Management den neuen "Stern-Invest-Universal-Fonds" (WKN: 979074). Der Fonds konzentriert sich vor allem auf unterbewertete Titel der TMT-Branche.


Stock-World: Die weltweiten Aktienmärkte haben ihre Tiefs hinter sich gelassen und eine Kursrallye aufs Parkett gelegt. Sehen wir nun Gewinnmitnahmen oder geht der Aufschwung weiter?

Martin Amrhein: Die Kursrückgänge in den vergangen Tagen bewerte ich als eine gesunde Konsolidierung. Aus charttechnischer Sicht liegt das Rückschlagpotenzial im DAX bei 4.800 Punkten als Unterstützung nach unten. Nach oben liegt die charttechnische Ausbruchslinie bei 5.200 Zählern.

Ich erwarte nun eher eine Bewegung nach oben als nach unten, da viele deutsche Institutionelle ihre Bestände abgebaut hatten und nur die wenigsten von Ihnen wieder voll investiert sind. Hier ist noch viel Liquidität vor der Tür, die den Aktienmärkten nach oben helfen wird.

Stock-World: In dieser Situation beraten Sie den Stern-Invest-Unviversal-Fonds. Erläutern Sie bitte die grundsätzliche Anlagestrategie des Fonds.

Martin Amrhein: Ausgehend von einer 18-monatigen Baisse haben wir in manchen Branchen in der Spitze bis zu 95 Prozent verloren, was aus meiner Sicht eine massive Übertreibung nach unten darstellt. Innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre sehen wir gerade bei den Branchen Technologie, Telekommunikation, Internet und Biotech eindeutig die besten Chancen, eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen. Natürlich wissen wir um das Risiko dieser Strategie. Deshalb empfehlen wir unseren Fonds auch nur als 10 bis 15-prozentige Beimischung im Depot des Anlegers.

Stock-World: Welche Vorteile sehen Sie denn bei diesen Branchen im Vergleich zu anderen Sektoren?

Martin Amrhein: Der Vorteil ist, dass der Konsolidierungsprozess in den Bereichen Telekommunikation und Technologie weitestgehend abgeschlossen ist. So haben wir beispielsweise nur noch etwa fünf bedeutende Telekommunikations-Konzerne in Europa. Auch die schlechten Nachrichten sind aus diesen Werten draußen, wie etwa die Kosten für die UMTS-Technologie. Die sind in der Aktienbewertung der Unternehmen bereits eingepreist. Jetzt stehen erst mal wieder positive Nachrichten durch die Nutzung der neuartigen Technologie bevor.

Stock-World: An welche aussichtsreichen Werte denken Sie konkret?

Martin Amrhein: Für mich sind das eindeutig Yahoo [Nasdaq: YHOO ], AOL Time Warner [Nasdaq: AOL ], Cisco [Nasdaq: CSCO ] oder auch Intel [ WKN: INTC ] in den USA, aus Europa Werte wie Ericsson [ WKN: 850001 ] und Phillips [ WKN: 940602 ] und bei deutschen Werten zum Beispiel T-Online [ WKN: 555770 ], Jumptec oder Highlight Communication [ WKN: 920305 ] . Zum Beispiel steht Highlight kurz davor sich wieder die Vermarktungsrechte an der UEFA-Championsleague zu sichern. Bei T-Online haben die jüngsten Unternehmenszahlen positiv überrascht. Klar hat es derzeit der Internetbereich, wie etwa der Bereich Werbevermarktung, sehr schwer, doch T-Online hat gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg sind und in ein bis zwei Jahren gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden.

Stock-World: Wie man sieht, investieren sie weltweit in Aktien. Wie behalten Sie da den Überblick und woher ziehen Sie Ihre Informationen?

Martin Amrhein: Generell informiere ich mich natürlich über die gängigen Medien, wie Tageszeitungen, TV und Nachrichtenagenturen. Ausschlaggebend ist jedoch das Sekundär-Research, also unsere Kontakte zu Broker-Häusern und Fondsmanagern. Hier erhalten wir Informationen aus erster Quelle und erzielen gleichzeitig hohe Synergieeffekte. Da wir auch Dachfonds beraten, haben wir sehr gute Kontakte zu anderen Fondsmanagern. Von Ihnen erhalten wir oft Informationen von Kollege zu Kollege, da sie ja letztendlich auch ihr Produkt verkaufen wollen und gute Informationen gleichzeitig mitliefern.

Stock-World: Laut Medienberichten wollen Sie in den kommenden zwei Jahren eine Performance von 100 Prozent für Ihren Fonds erzielen. Wie wollen Sie das realisieren?

Martin Amrhein: Ich möchte dazu ein Beispiel geben: Die Telekom-Aktie war in ihrem Hoch mit 104 Euro extrem teuer am Aktienmarkt bewertet. Gleichzeitig ist sie aber aus meiner Sicht mit 15 Euro extrem billig bewertet. Der tatsächlich faire Preis am Aktienmarkt liegt wahrscheinlich zwischen 30 und 40 Euro, also mindestens ein Verdopplungs-Potenzial. Auch T-Online mit einem Tief von etwa 5 Euro - aktuell bei etwa 13 Euro - lässt sich in dieses Schema einordnen. Aus dem Biotech-Bereich erwarte ich von einer Macropore, die etwa zwischen drei und vier Euro notiert, von bevorstehenden Markteinführungen ihrer Produkte noch erhebliches Potenzial. Nimmt man diese Faktoren zusammen, so sind 100 Prozent auf 18-24 Monate eine realistische Zielgröße.

Stock-World: Wie beurteilen Sie insgesamt die Zukunftsaussichten am Aktienmarkt?

Martin Amrhein: Aktuell befinden wir uns fast weltweit in einer Rezession, die sich durch die negativen Effekte in Folge der Terror-Akte sogar noch kumuliert haben. Wir befinden uns auf einem aktuell niedrigen Zinsniveau bei einer relativ geringen Inflationsrate. Da ich grundsätzlich davon ausgehe, dass die Aktienmärkte die konjunkturelle Lage 6 bis 8 Monate vorwegnehmen, erwarte ich ab dem 2. Quartal 2002 einen deutlichen Anstieg an den Aktienmärkten, für die nächsten beiden Jahre jeweils etwa 20 Prozent Wachstum. Dies würde für den DAX zum Beispiel einen Indexstand von rund 7.300 Punkten Ende 2003 bedeuten.


Quelle: Stock-World Fondsreport Ausgabe 42/2001

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