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Anwendbarkeit neoklassischer Finanzierungstheorien auf die Emerging Capital Markets in Mittel- und Osteuropa

3. Kapitalmarkteffizienz

3.2. Kapitalmarkteffizienzhypothese

In den Forschungen zur Kapitalmarkteffizienz wird zwischen drei unterschiedlichen Ausprägungen unterschieden, die sich auf den Grad der in dem Preis eines Wertpapiers enthaltenen Informationen beziehen. Fama differenziert zwischen schwacher, halb-strenger und strenger Informationseffizienz. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, ob an einem ineffizienten Markt durch Informationsvorsprung die Erzielung von Überrenditen, also solcher Gewinne, die sich nur aus einer ungleichen Informationsverteilung ergeben, möglich ist.

Märkte sind danach schwach informationseffizient, wenn zu jedem beliebigen Zeitpunkt sämtliche Informationen über vergangene Kurs- und Renditeentwicklungen, Umsätze und andere, durch den Markt selbst generierte Informationen bereits in die gegenwärtigen Marktpreise eingeflossen sind. Eine Bewertung von Kursentwicklungen der Vergangenheit ist bereits abgeschlossen. Zukünftige Preise sollten daher vollkommen unabhängig von in der Vergangenheit realisierten Werten sein. Entsprechend folgen Kursbewegungen einem sogenannten Random Walk , der die Unabhängigkeit von Preisen zweier aufeinanderfolgender Perioden verdeutlicht. Unter schwacher Informationseffizienz ist es keinem Marktteilnehmer möglich, aufgrund einer Analyse von Vergangenheitsdaten, wie dies im Rahmen der technischen Analyse versucht wird, eine Überrendite an den Märkten zu erzielen .

Die Hypothese der halb-strengen Informationseffizienz geht davon aus, daß nicht nur alle Marktinformationen, sondern zusätzlich auch sämtliche öffentlich verfügbaren Informationen zu jedem beliebigen Zeitpunkt in den Marktpreisen enthalten sind. Aus dieser Hypothese läßt sich ableiten, daß nur dann eine Überrendite realisiert werden kann, wenn einem Investor nicht-öffentliche Informationen vorliegen. Bei gegebener halb-strenger Informationseffizienz führen weder die technische noch die fundamentale Aktienanalyse zu einer gegenüber anderen Marktteilnehmern vorteilhafteren Rendite, da alle öffentlichen Informationen sämtlichen Marktteilnehmern bereits bekannt und daher nicht mehr vorteilhaft nutzbar sind.

Strenge Informationseffizienz liegt nur dann vor, wenn sämtliche Informationen über ein Unternehmen, also auch nichtöffentliche wie Insiderinformationen, in den Marktpreisen enthalten sind. Dieser letzte Grad der Markteffizienz dient allerdings nur der vollständigen Kategorisierung, da die Annahme strenger Informationseffizienz in der Realität widerlegbar ist.

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