Versicherungen - Riesige "stille Reserven"
Unveröffentliche Rücklagen:
Deutsche Versicherungskonzerne verbergen Milliarden-Reserven in ihren Bilanzen. Branchen-Analysten der Bayrischen Vereinsbank AG (München) haben sogenannte "stillen Reserven" in teilweise zweistelliger Milliardenhöhe aufgespürt. Diese schlummernden Summen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertentwicklung von Immobilien, Beteiligungen und Kapitalanlagen.
Spitzenreiter der Berechnungen: Die Allianz AG Holding (Berlin/München) mit stillen Reserven von netto 51,7 Milliarden Mark. Vereinsbank-Prüfer Ralph Lutz betont: Anteile für Lebensversicherungen und Steuerbelastungen seien in dieser Summe nicht enthalten. Je Allianz-Aktie ergebe sich so ein "Substanzwert von rund 2.300 Mark". Aktuelle Börsennotierung: 2.567 Mark.
Auf dem zweiten Platz landete laut der Untersuchung die Münchner Rückversicherungsgesellschaft (AG) mit Rücklagen von netto 38,1 Milliarden Mark. In der jüngsten Bilanz der Aachener und Münchener Beteiligungsgesellschaft schlummern 6,2 Milliarden.
Offenlegen müssen die Versicherer diese Beträge zum Teil schon in den kommenden Jahren. Ab 1997 sind die Konzerne per Gesetz dazu verpflichtet, stille Reserven ihres Wertpapier-Depots zu beziffern. Zwei Jahre später folgen die auf Immobilienbestände.
Quelle: FOCUS Online, 18.97.1996
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