Die Aktienmärkte beendeten den August überwiegend im Plus, der Weg dorthin war jedoch ausgesprochen unruhig. Nach einem freundlichen Start gerieten in der zweiten Monatshälfte vor allem die zuvor stark gelaufenen KI- und Momentum-Titel unter Druck. Im Halbleitersektor verlagerte sich die Debatte zunehmend von der Nachfrage auf die Finanzierung des Investitionsbooms: steigende Fremdkapitalaufnahme, mögliche außerbilanzielle Verpflichtungen, wachsende Lagerbestände sowie Engpässe bei Strom und Rechenzentren ließen die Bandbreite möglicher Ergebnisse größer werden. Entsprechend sanken die Bewertungsmultiplikatoren, obwohl die Gewinnschätzungen weiter stiegen.
Nvidia konnte die Zweifel zum Monatsende zumindest teilweise zerstreuen, während der übrige Halbleitersektor nur verhalten folgte. Gleichzeitig verbreiterte sich das KI-Thema: Stark steigende API- und Unternehmensumsätze chinesischer Anbieter sowie die überraschend guten Zahlen von Salesforce deuteten darauf hin, dass sinkende Inferenzkosten nicht zu weniger, sondern zu deutlich mehr Nutzung führen. Die Gewinner des KI-Booms dürften daher zunehmend außerhalb der bislang dominierenden Hardwaretitel zu finden sein.
An den Anleihemärkten blieb das „lange Ende“ der zentrale Schwachpunkt. Trotz zuletzt etwas schwächerer Konjunkturdaten stiegen die langfristigen Renditen angesichts hoher Staatsdefizite und eines enormen Finanzierungsbedarfs für die KI-Infrastruktur. Das US-Finanzministerium erhöhte deshalb den Maximalbetrag einzelner Rückkäufe langlaufender Anleihen von 2 auf mindestens 4 Mrd. USD und signalisierte eine aktivere Steuerung der Laufzeiten. Das ändert jedoch wenig am grundlegenden Überangebot. Fed-Chef Kevin Warsh unterstrich in Jackson Hole den Vorrang der Inflationsbekämpfung und bezeichnete die Finanzkonditionen als nicht restriktiv, worauf die Märkte wieder eine Zinserhöhung im September einpreisten. Auch die EZB blieb falkenhaft, während höhere Inflationsdaten aus Tokio eine Anhebung der Bank of Japan im September im Spiel hielten.
Die geopolitische Risikoprämie blieb ebenfalls hoch. Brent-Öl stieg zwischenzeitlich auf rund 93 USD je Barrel, gab mit Fortschritten bei den Gesprächen zwischen Iran, Oman und Katar anschließend aber deutlich nach. Eine nachhaltige Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ist dennoch nicht erreicht. Für Europa rückt damit zunehmend der Gaspreis in den Mittelpunkt: Während Rohöl von seinen Höchstständen zurückkam, verharrte der europäische Gaspreis TTF auf einem hohen Niveau und verschärfte mit Blick auf den Herbst und Winter die Inflationsrisiken. Hinzu kamen erneut fiskalische und politische Sorgen in Frankreich. Gold profitierte unterdessen von der Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Inflationserwartungen und der Aussicht auf weitere Eingriffe am langen Ende der Zinskurven.
Insgesamt bleibt das Umfeld für Aktien konstruktiv. Hohes nominales Wachstum und die anhaltende Investitionsbereitschaft stützen Finanz-, Industrie-, Rohstoff- und Gesundheitswerte. Gleichzeitig zeigen erste schwächere Konsumsignale, dass der Aufschwung zunehmend vom Investitionszyklus abhängt. Statt den überfüllten KI-Positionen hinterherzulaufen, erscheint es daher sinnvoller, jene Unternehmen zu bevorzugen, die von den Investitionen profitieren, ohne selbst die damit verbundenen Bilanzrisiken tragen zu müssen. Für langlaufende Anleihen bleiben das hohe Emissionsvolumen und steigende Laufzeitprämien dagegen ein struktureller Gegenwind.
Phaidros Funds Balanced
Der Phaidros Funds Balanced verzeichnete im August je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung zwischen +2,56% und +2,83%. Der MSCI World Index in Euro legte um 1,60% zu, während europäische Investment Grade-Anleihen gemessen am Bloomberg EUR Aggregate Index um 0,47% fielen.
Auf der Aktienseite zählten Salesforce mit 39% sowie ServiceNow mit 32% zu den stärksten Positionen im Monat, nachdem Salesforce sehr starke Quartalsergebnisse veröffentlicht hatte, welche die Disruptionsthese für den Softwaresektor widerlegten. Folglich stachen auch die anderen Softwaretitel im Portfolio wie Nemetschek (+21%) und Adobe (+16%) heraus. Schwächer entwickelte sich hingegen Baidu (-10%) mit enttäuschenden Quartalszahlen. PayPal gab ebenfalls nach (-9%), da Stripe das bereits vorher von PayPal abgelehnte Übernahmeangebot zurückzog.
Im Monatsverlauf haben wir das Portfolio um den Telekommunikationsausrüster Nokia erweitert. Das Unternehmen entwickelt sich zunehmend zu einem strukturell wachsenden Anbieter von optischer und IP-basierter Netzwerkinfrastruktur für KI-Rechenzentren. Auf der Anleiheseite wurden die gestiegenen Renditeniveaus genutzt, um Positionen moderater Laufzeit in gut gerateten Investment Grade-Emittenten aufzubauen. Die Aktienquote lag zum Monatsende bei rund 61%, die Anleihequote bei 31%. Liquidität und Gold machten 5% respektive 3% des Portfolios aus.
Mit hohem nominalem Wachstum und der anhaltenden Investitionsbereitschaft sollte das Umfeld für Aktien weiter konstruktiv bleiben. Dank einer phänomenalen Berichtsaison und weiterhin stark positiven Gewinnerwartungen sind Bewertungsniveaus nicht überambitioniert.