Die Märkte bewegten sich im Februar in einem deutlich volatileren Umfeld. Nach dem positiven Jahresauftakt kam es zu einer spürbaren Rotation zwischen Sektoren und Regionen. Energie- und Infrastrukturwerte entwickelten sich stabil, während insbesondere Technologie- und Softwaretitel unter Druck gerieten. Gleichzeitig zeigten sich klassische Industrie- und substanzorientierte Geschäftsmodelle vergleichsweise robust. Diese Verschiebung spiegelt die zunehmende Unsicherheit über die Geschwindigkeit und die wirtschaftlichen Konsequenzen der KI-Disruption wider.
Geopolitische Themen bleiben ein konstanter Begleiter der Märkte – im Februar verlagerte sich jedoch der Schauplatz der Unsicherheit. Während zu Jahresbeginn noch Venezuela im Mittelpunkt stand, rückten nun die Spannungen rund um den Iran stärker in den Fokus. Die zunehmende Eskalation im Nahen Osten sorgte zeitweise für spürbare Volatilität und ließ insbesondere die Energiepreise ansteigen. Investoren richteten ihren Blick dabei vor allem auf mögliche Risiken für zentrale Handelsrouten wie die Straße von Hormus, durch die ein bedeutender Teil des globalen Ölhandels verläuft. Bereits die Möglichkeit von Störungen genügt, um einen geopolitischen Risikoaufschlag in den Energiemärkten zu erzeugen – und damit auch die Inflationsdebatte wieder zu beleben. Gleichzeitig stoppte die gestiegene Risikoaversion die Abwertung des US-Dollars, der in diesem Umfeld erhöhter Unsicherheit von seinem Status als sicherer Hafen profitierte.
Auf der Währungsseite setzte sich im Februar die Schwäche des US-Dollars fort, wurde jedoch durch die Nominierung von Kevin Walsh als Fed-Präsident zum Monatsende zunächst gestoppt. Dies ist eine konservative Wahl. Ein gehandeltes „Tail-Risiko“ für dieses Jahr ist damit vermutlich vom Tisch. Der chinesische Renminbi wertete gegenüber dem US-Dollar den sechsten Monat in Folge auf. China verlagert den Schwerpunkt weiter von reiner Produktions- und Kostenführerschaft hin zur Stärkung der inländischen Kaufkraft und des privaten Konsums. Eine festere Währung verbessert die realen Einkommen, auch wenn dies zulasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit einzelner Exportsektoren geht.
Besonders ausgeprägt blieb im Februar zunächst die Schwäche im Softwaresektor. Die Diskussion über eine mögliche Disruption durch künstliche Intelligenz hat sich deutlich verstärkt. Gleichzeitig zeigt sich immer wieder, dass die Erwartungen des Marktes der tatsächlichen Entwicklung häufig zeitlich zu weit vorauslaufen. Die KI-Revolution ist zweifellos real – ihre wirtschaftlichen Auswirkungen werden sich jedoch über Jahre entfalten, nicht über Quartale. Insbesondere in kritischen Bereichen, wie tief in den Systemen verankerte Unternehmenssoftware. In der zweiten Monatshälfte stabilisierten sich die Kurse, unterstützt durch die Berichtssaison, in der die führenden Anbieter eine stabile operative Entwicklung sowie solide Ausblicke präsentierten.
Der Ausblick ist durch den Krieg im Mittleren Osten nun mit einer noch höheren Unsicherheit verbunden. Hohe Bewertungen und große regionale sowie sektorale Verschiebungen treffen nun auf einen diffusen Inflations- und Konjunkturausblick. Die Inflation wirkt weiterhin stützend für Sachwerte, also Aktien, insbesondere solche mit werthaltigen physischen Assets. Die Wirtschaft wächst, insbesondere in den USA. Die Warnzeichen nehmen jedoch zu, weshalb es gilt, die Risiken im Blick zu behalten. Eine gute Diversifikation der Risikotreiber und ein disziplinierter Blick auf Bewertungen sind in diesem Umfeld unerlässlich.
Phaidros Funds Balanced
Der Phaidros Funds Balanced verzeichnete im Februar je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung zwischen -3,72% und -4,32%. Damit blieb der Fonds hinter dem MSCI World Index zurück, der in Euro um +1,50% zulegte. Europäische Anleihen entwickelten sich ebenfalls positiv und gewannen gemessen am Bloomberg EUR Aggregate Index +1,18%.
Die größten Kursverluste auf der Aktienseite verzeichnete Icon Plc (-39%). Das Unternehmen verschob die Veröffentlichung des Quartalsberichts, da der Jahresabschluss der Jahre 2023 und 2024 überprüft wird. Die Auffälligkeiten sollen weniger als 2% des Umsatzes betreffen. Ebenfalls deutlich unter Druck stand Novo Nordisk (-36%). Ein Nachfolgemedikament zu Wegovy zeigte in einer Studie eine geringere Wirksamkeit als ein Konkurrenzprodukt von Eli Lilly. Die Aktie von Xometry (-28%) gab trotz guter Quartalsergebnisse nach, nachdem ein Wechsel an der Unternehmensspitze für Verunsicherung unter Investoren gesorgt hatte. Positiv entwickelten sich dagegen die Aktien von Novartis (+14%) und Schneider Electric (+14%), die nach soliden Quartalszahlen ihren positiven Trend fortsetzten. Auf der Anleiheseite gehörte Ineos Quattro (+10%) zu den besten Performern, nachdem das Unternehmen gute Geschäftszahlen präsentierte und der Mehrheitsaktionär zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 200 Mio. € bereitstellte.
Im Monatsverlauf haben wir Nu Holdings und Salesforce neu ins Portfolio aufgenommen. Nu Holdings überzeugt durch dynamisches Wachstum in Lateinamerika, Salesforce durch eine attraktive Bewertung sowie zusätzliches KI‑Potenzial. Im Gegenzug wurde die Position in Shopify vollständig veräußert, da hohe Erwartungen bereits eingepreist sind und der zunehmende KI‑Einsatz im Shopdesign das Kerngeschäft belasten könnte.
Die Aktienquote liegt zum Monatsende bei rund 55%, die Anleihequote bei gut 35%, die Goldquote bei knapp 3%. Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erhöhen die Unsicherheit an den Märkten. Eine breitere Diversifikation über Regionen und Anlageklassen erscheint in diesem Umfeld weiterhin opportun.