Die Märkte starteten mit Rückenwind ins neue Jahr, geprägt von einer hohen Dispersion zwischen Sektoren und Regionen. Energie- und Rohstoffwerte zählten neben Industrieunternehmen zu den klaren Gewinnern, während Konsumtitel und große Teile des Softwaresektors deutlich unter Druck standen. Regional starteten die Emerging Markets fulminant in das neue Jahr.
Auf geopolitischer Ebene sorgte die dramatische US-Militäraktion in Venezuela zu Jahresbeginn für erhebliche Marktbewegungen. In einer überraschenden Operation wurden Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau durch US-Spezialkräfte gefasst und außer Landes gebracht, bevor sie in den USA strafrechtlich verhandelt werden sollen – ein Schritt, der weltweite Aufmerksamkeit und politische Debatten über Legitimität und regionale Stabilität auslöste. In einem zweiten Schritt rückte Grönland in den Fokus strategischer Überlegungen Trumps, begleitet von einem aggressiven Ton gegenüber der EU. Drohungen mit einseitigen Maßnahmen und handelspolitischem Druck sorgten zunächst für Nervosität an den Märkten, bevor eine spätere Verständigung die Lage vorerst stabilisierte.
Auf der Währungsseite setzte sich im Januar die Schwäche des US-Dollars fort, wurde durch die Nominierung von Kevin Walsh als Fed-Präsident zum Monatsende aber vorerst gestoppt. Kevin Walsh ist eine konservative Wahl, ein gehandeltes „Tail-Risiko“ für dieses Jahr ist damit vermutlich vom Tisch. Der chinesische Renminbi wertete gegenüber dem US-Dollar den sechsten Monat in Folge auf. China verlagert den Schwerpunkt weiter von reiner Produktions- und Kostenführerschaft hin zur Stärkung der inländischen Kaufkraft und des privaten Konsums. Eine festere Währung verbessert die realen Einkommen, auch wenn dies zulasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit einzelner Exportsektoren geht.
Auffällig war im Januar die Schwäche bei Softwareunternehmen. Bereits Mitte letzten Jahres setzte der Abverkauf hier ein, beschleunigte sich im Januar nun nochmals. Die Disruption durch KI ist zumindest am Aktienmarkt real. Das Narrativ befeuert sich selbst, anhand der Geschäftsentwicklung dieser Unternehmen ist diese Erwartung aber noch nicht zu begründen. Gleichzeitig war Momentum erneut ein entscheidender Treiber: In stark laufenden Segmenten spielte Bewertung kaum eine Rolle. Auch Gold hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend diesem Muster angenähert. Ein Anstieg von rund 30% mit anschließender Korrektur von etwa 20% zum Monatsende ist zwar per Saldo positiv, mahnt aber zur Vorsicht. Die Bandbreite möglicher Szenarien rund um die weitere Entwicklung der KI-Revolution ist groß, entsprechend extrem sind die Kursbewegungen aktuell.
Insgesamt bleibt unser Ausblick vorsichtig optimistisch. Die Inflation wirkt weiterhin stützend für Sachwerte, die Wirtschaft wächst, insbesondere in den USA. Die Warnzeichen nehmen jedoch zu, es gilt daher, die Risiken im Blick zu behalten. Eine gute Diversifikation der Risikotreiber und ein disziplinierter Blick auf Bewertungen sind in diesem Umfeld unerlässlich.
Phaidros Funds Balanced
Der Phaidros Funds Balanced erzielte im Januar je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung zwischen +2,25% und +2,50%. Damit entwickelte sich der Fonds deutlich besser als der MSCI World Index, der in Euro lediglich +0,43%erreichte. Auch europäische Anleihen blieben mit +0,73% (Bloomberg EUR Aggregate) klar hinter der Fondsperformance zurück.
Zu den stärksten Beiträgen auf der Aktienseite zählten ASML (+32%), ein starker Jahresstart wurde befeuert. Die Aktie von BioNTech (+18%) stieg nach Aufnahme spezifischer mRNA-Krebstherapien in den Fast-Track-Status der FDA. Alibaba (+17%) profitierte weiter von einer verbesserten Wahrnehmung chinesischer Technologiewerte und Fortschritten im Cloud-Geschäft. Die schwächste Aktie im Portfolio war CBIZ (-24%), belastet durch Sorgen über strukturelle Risiken infolge zunehmender KI-basierter Softwarelösungen. Gold (+11%) leistete erneut einen positiven Diversifikationsbeitrag, trotz des Kurssturzes zum Monatsende. Die Anleihen von Intrum (+4%) legten zu, nachdem das Unternehmen ein Kreditportfolio über Buchwert verkauft hat.
Die Positionen in SS&C, Constellation Software und Meta Platforms veräußerten wir vollständig. Neu aufgenommen haben wir Brookfield Renewables Partners. Das Unternehmen ist stark positioniert, um von der steigenden Stromnachfrage zu profitieren. Mit Baidu haben wir zudem einen weiteren chinesischen Titel aufgenommen. Baidu hat ein hochprofitables Werbegeschäft und verzeichnete zuletzt auch verbesserte Margen im Cloud-Geschäft. Die US-Dollar-Quote haben wir von rund 30% auf 24% über ein Absicherungsgeschäft reduziert. Wir erwarten eine mittelfristige Abwertung des US-Dollars, unser US-Aktienexposure wollen wir aktuell jedoch nicht weiter reduzieren.
Die Aktienquote liegt zum Monatsende bei 56%, die Anleihequote bei 33%. Gold ist mit 4% gewichtet. Damit sind wir weiterhin ausgewogen positioniert. Der starke Anstieg des Goldpreises freut uns, ist aber auch ein Warnsignal. Eine breitere Diversifikation ist in dem sehr dynamischen Marktumfeld opportun.