Der Dezember brachte an den Aktienmärkten keine klassische Jahresendrally. Nach dem starken Jahresverlauf dominierten Gewinnmitnahmen und eine Positionsbereinigung. Die Märkte wirkten stabil, aber müde. Zwischen den Sektoren zeigte sich eine klare Spreizung entlang unserer drei Säulen der Aktienstrategie. Aktien aus dem Gesundheitswesen waren gefragt. In einem Umfeld ohne frische Wachstumsimpulse rückten Verlässlichkeit und Bewertung wieder stärker in den Fokus. Konsumtitel blieben dagegen auch zum Jahresende unter Druck. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher hält an. Steigende Kosten und eine ungleiche Einkommensentwicklung belasten auch den Ausblick für das nächste Jahr. Technologiewerte entwickelten sich uneinheitlich. Strukturelles Wachstum bleibt zwar intakt, hohe Bewertungen führten jedoch zu selektiven Gewinnmitnahmen – nicht alles lief gleichzeitig nach oben. Die Bewertungsaufschläge für Unternehmen mit hohem Umsatzwachstum von über 30% im Jahresvergleich sind aktuell wieder auf extremen Niveaus, vergleichbar zum Jahr 2021.
Am Anleihemarkt stiegen die Renditen im Dezember an, in Europa deutlicher als in den USA. Höhere Emissionsvolumina und fiskalische Unsicherheiten sorgten hier für zusätzlichen Druck auf längere Laufzeiten. Die Fed lieferte im Dezember die erwartete Zinssenkung um 25 Basispunkte. Der Schritt selbst überraschte nicht, der Tonfall schon eher: Der weitere Kurs bleibt strikt datenabhängig, Zusagen für einen schnellen Lockerungszyklus blieben aus. Damit wurde die Fantasie für aggressive Zinssenkungen gedämpft – ein Umfeld, das eher Stabilität als Euphorie begünstigt.
Das US-Wachstum im dritten Quartal fiel stärker aus als erwartet, insbesondere der Konsum überraschte positiv. Das ist insofern bemerkenswert, als sich diese Dynamik nicht eindeutig in den Unternehmenszahlen widerspiegelte. Grundsätzlich bleibt die Datenlage mit Vorsicht zu genießen: Der inzwischen überwundene Government Shutdown hat weiterhin Lücken hinterlassen. Die K-förmige Entwicklung der US-Wirtschaft ist mit diesen Daten keineswegs überwunden.
Der Dezember schließt damit ein starkes, aber sehr selektives Börsenjahr ab. Die Ausgangslage für das neue Jahr ist traditionell vorsichtig optimistisch. Die Erwartungen sind in Teilen des Marktes hoch, zugleich gibt es Bereiche, die zuletzt deutlich weniger gefragt waren. Für den Konsumsektor scheint es noch zu früh, der Gesundheitssektor startet hingegen mit guten Aussichten ins neue Jahr. Auch im Technologiebereich gibt es mit Softwareanbietern eine Gruppe hochprofitabler Unternehmen mit solidem Umsatzwachstum, bei denen die Erwartungen zuletzt deutlich zurückgenommen wurden. Die KI-Disruption wird hier möglicherweise zu kurzfristig gedacht. Sollte sie länger brauchen, könnten genau diese Unternehmen zu den Gewinnern des kommenden Jahres zählen. Wir bleiben daher auch bei Technologieaktien investiert, achten bei Wachstumswerten jedoch verstärkt auf die Bewertung.
Phaidros Funds Balanced
Der Phaidros Funds Balanced entwickelte sich im Dezember je nach Anteilsklasse zwischen -0,03% und -0,92% und spiegelt die durchgeführte Ausschüttung (in bestimmten Anteilscheinklassen) wider. Der MSCI World Index in Euro schloss den Monat mit -0,38%, während der Index europäischer Anleihen (Bloomberg EUR Aggregate Index) um -0,5% nachgab. Zum Jahresende war das Marktumfeld von Gewinnmitnahmen und einer insgesamt verhaltenen Risikobereitschaft geprägt.
Auf der Aktienseite profitierten Roche (+7%) und Novartis (+5%) von einer erhöhten Nachfrage nach defensiven Geschäftsmodellen, insbesondere im Gesundheitssektor. Siemens (+5%) legte ebenfalls zu. Sea Limited (-9%) stand aufgrund zunehmenden Wettbewerbs unter Druck, bleibt als Marktführer mit starken Gaming-Cashflows jedoch gut positioniert. Auf der Anleihenseite erholte sich die SBB-Anleihe (+4%), während Ineos Quattro (-8%) unter dem negativen Sentiment für den europäischen Chemiesektor litt, mittelfristig jedoch von seiner starken Marktposition profitieren dürfte.
Im Dezember wurden Prysmian und Schneider Electric neu in das Portfolio aufgenommen, da beide von steigenden Investitionen in Rechenzentren, Elektrifizierung und intelligente Stromnetze profitieren sollten. Grifols wurde neu ins Portfolio aufgenommen, nachdem eine verbesserte Cashflow-Entwicklung wieder stärkeren Fokus auf Shareholder Value ermöglicht. Veräußert wurden L’Oréal und Nestlé wegen schwacher Wachstumsaussichten und Margendrucks. Nach der starken Rally wurden zudem die Positionen in ASML, Alphabet, TSMC und Shopify reduziert.
Die Aktienquote liegt zum Monatsende bei rund 56%, die Anleihenquote bei knapp 32%. Die Liquidität beträgt etwa 8%, der Goldanteil gut 3%. Das Marktumfeld bleibt geprägt von starkem Momentum einzelner Aktien und einer konjunkturellen Dynamik, die fast ausschließlich im Technologiebereich stattfindet. Vor diesem Hintergrund legen wir bei strukturellen Wachstumsaktien besonderen Wert auf Bewertung und Risikosteuerung, sehen jedoch weiterhin attraktiv bewertete Marktsegmente und daher keinen Anlass für eine Reduktion der Aktienquote.