Wir leben in einer Phase, in der anhaltende Unsicherheit zum neuen Dauerzustand geworden ist: fragile Lieferketten, Unsicherheiten hinsichtlich der globalen Energieversorgung oder das Wie-deraufflammen von Inflationssorgen unterstreichen, weshalb Portfolios heutzutage dauerhaften systemischen Schutz benötigen.
Die zentrale Frage lautet längst nicht mehr, ob es zu Marktverwerfungen kommt, sondern, wie gut die Portfolios darauf vorbereitet sind. In einem Umfeld wie diesem wünschen sich Anleger vor allem eines: Ruhig schlafen zu können. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht es im Portfolio idealerweise einen dauerhaften, strukturellen „Schutz“, um Stabilität zu gewährleisten und langfristige Anlageziele zu erreichen. Unsere Antwort auf dieses Bedürfnis ist ein Risiko-Overlay. Bereits vor mehreren Jahren haben wir bei MFI Asset Management mit dem „MFI-Overlay“ eine hauseigene Lösung entwickelt, die vollständig optionsbasiert und strukturell aktiv ist.
Da Volatilität und exogene Schocks nicht planbar sind, erfordert wirksamer Schutz aus unserer Sicht ein dauerhaftes und nicht nur temporär eingesetztes Absicherungskonzept. Hinzu kommt, dass Marktbewegungen heutzutage häufig so schnell erfolgen, dass eine unmittelbare Reaktion darauf kaum möglich ist. Die Marktturbulenzen z.B. im März 2020 verdeutlichten dies eindrücklich, als tägliche Schwankungen von plus/minus zehn Prozent eher die Regel als die Ausnahme waren.
Was Overlay-Management wirklich bedeutet – und wie das MFI-Overlay funktioniert
Allgemein bezeichnet das Overlay-Management eine vom Portfolio getrennte, derivative Steuerung von zentralen Risikofaktoren. Dadurch sollen Verluste begrenzt werden, ohne die strategische Anlageentscheidung ständig verändern zu müssen. Im Fall von Marktverwerfungen wird die Aktienquote einfach durch den Einsatz von Derivaten – wie beispielsweise Optionen oder Futures – reduziert. Das ermöglicht schnelles Handeln ohne Umschichtungen. Der Fokus liegt dabei mehr auf der Risikokontrolle als auf der Auswahl von Einzeltiteln oder Alpha-Generierung.
Bei MFI Asset Management ist das Overlay-Management integraler Bestandteil des Investment- und Risikomanagementprozesses. Dabei setzen wir zwei unterschiedliche Overlay-Ansätze ein: Ein Konzept richtet sich an dynamischere, risikofreudigere Anleger und ist als sogenannter „Tail-Risk-Hedge“ konzipiert. Das zweite reagiert bereits bei kleineren Kursrückgängen und ist für konservativere Investoren ausgelegt. Beide Varianten verfolgen das Ziel, Abwärtsrisiken zu begrenzen und gleichzeitig an positiven Marktbewegungen zu partizipieren – allerdings mit einem asymmetrischen Ansatz. Das bedeutet, dass wir in steigenden Märkten stärker partizipieren als in fallenden. Die Absicherung läuft in beiden Fällen permanent und wird nicht taktisch oder temporär eingesetzt. Somit bietet das Overlay in jeder Marktphase eine dauerhafte Absicherung, ohne die strategische Anlageentscheidung ständig an die neuen Bedingungen anpassen zu müssen.
Kostenneutrale und gezielte Absicherung: die MFI-Overlay-Ansätze im Detail
Das konservative Overlay weist die Besonderheit auf, kostenneutral strukturiert zu sein. Durch den systematischen Kauf und Verkauf von Optionen gleichen sich die Kosten durch Prämieneinnahmen aus Stillhalterpositionen weitgehend aus. Gleichzeitig ermöglicht die Struktur eine begrenzte Teilnahme an steigenden Märkten, während Kursverluste unmittelbar abgesichert werden. Diese Variante ist insbesondere für institutionelle Investoren relevant, bei denen Kapitalerhalt im Vordergrund steht. Häufig sind Verlustgrenzen regulatorisch vorgegeben, ebenso bestehen Einschränkungen hinsichtlich der maximal zulässigen Aktienquote.
Die zweite Overlay-Variante – der Tail-Risk-Hedge-Ansatz – richtet sich hingegen an Anleger, die eine unbegrenzte Partizipation auf der Oberseite wünschen, gleichzeitig aber hohe Drawdowns vermeiden wollen. Diese Variante fungiert als reine Absicherung gegen extreme Markteinbrüche und greift ab einem Kursrückgang von rund zehn Prozent. Dabei wird unterstellt, dass risikofreudigere Investoren kurzfristige Verluste in dieser Größenordnung grundsätzlich tragen können. Zur Umsetzung werden verschiedene Optionsstrategien kombiniert, um die angestrebte Absicherung zu erzielen.
Warum Verluste schwer aufzuholen sind – und wie Overlay-Strategien helfen
Bereits relativ moderate Verluste erfordern überdurchschnittliche Gewinne, um wieder ausgeglichen zu werden. Ein Verlust von 50 Prozent erfordert beispielsweise einen anschließenden Gewinn von 100 Prozent, bei einem Verlust von 80 Prozent sind sogar 400 Prozent notwendig, um den ursprünglichen Portfoliowert zu erreichen.
Ein Risiko-Overlay kann dazu beitragen, größere Verluste von vornherein zu begrenzen und damit die Notwendigkeit hoher Aufholrenditen zu reduzieren. Dieser Effekt wirkt sich insbesondere im Rahmen des Zinseszinseffekts positiv aus und bietet vor allem für langfristig orientierte Investoren einen relevanten Mehrwert. Auch für institutionelle Investoren sind sie besonders interessant, da sie die regulatorischen Anforderungen erfüllen und mit maßgeschneiderten Spezialfondslösungen individuell an die spezifischen Zielsetzungen der Kunden ausgerichtet werden können.
Außerdem ist durch den gezielten Einsatz derivativer Instrumente eine effiziente Risikosteuerung möglich, was gerade für Banken zur Schonung von Eigenkapitalanforderungen beitragen kann. Regulatorische Vorgaben, definierte Verlustgrenzen und Kapitalerhalt stehen dabei klar im Fokus. Schlussendlich bietet sich eine Overlay-Lösung jedoch für jede Anlegergruppe an, da sie das Portfolio durch die permanente Implementierung jederzeit vor potenziellen Kursverlusten schützen kann.
In welchen Marktphasen das MFI-Overlay seine Stärken besonders gut ausspielt
In Phasen hoher Volatilität sowie in unsicheren, politisch oder makroökonomisch geprägten Marktumfeldern treten die Stärken des MFI-Overlays besonders hervor. Auch vor schnellen und abrupten Marktbewegungen ist es aufgrund seiner Dauerhaftigkeit eine effektive Absicherung, da eine unmittelbare Reaktion in den meisten Fällen kaum möglich wäre.
Gerade in der aktuellen Zeit, in der die Märkte schneller und extremer reagieren und in der Diversifikation zeitweise weniger zuverlässig wirkt, sind Overlays aus unserer Sicht von großer Relevanz. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass frühzeitige Verlustbegrenzung entscheidend für den langfristigen Anlageerfolg ist.