Die künstliche Intelligenz und ihr Energiehunger
Digitalisierung
Die Digitalisierung ist nicht aufzuhalten. Der kometenhafte Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI) und damit einhergehend dem exponentiellen Wachstum der dafür benötigten Rechenleistung bedeutet einen enormen Schub für alle involvierten Unternehmen. Rechenzentren werden wahrscheinlich schon in den nächsten drei Jahren weltweit genauso viel Strom verbrauchen, wie die gesamte schwedische Volkswirtschaft. Andere Prognosen gehen darüber hinaus, summa summarum ein drastischer Anstieg im Stromverbrauch. Führende Unternehmen bemühen sich, die dafür notwendigen Energiequellen langfristig zu sichern.
Dekarbonisierung
Die Energiewende erfordert, zunächst auf das Offensichtliche zu schauen: Wie muss sich der Energiemix ändern, um nachhaltiger zu werden? Im internationalen Kontext werden dazu unterschiedliche Wege beschritten, welche auch auf unterschiedliche geografische und klimatische Bedingungen zurückzuführen sind. Für alle Volkswirtschaften gilt aber, dass der strombasierte Energiebedarf wächst. So gehen verschiedene Studien von einer Verdoppelung bis Vervierfachung weltweit aus. BloombergNEF bspw. erwartet, dass sich die Kapazitäten zur Stromerzeugung von 10.000 GW in 2024 im Net-Zero-Fall auf bis zu 45.000 GW in 2050 erhöhen.* Naheliegend werden Photovoltaik und Windenergie einen größeren Anteil einnehmen und laut der Studie bis 2050 um den Faktor 10 steigen. Die Kapazitäten aus Gas oder Kernenergie werden sich bis dahin mindestens verdoppeln, relativ betrachtet natürlich abnehmen. Zusätzlich ist auch das Thema „Speicher“ als Energieträger immer wichtiger.
Automatisierung
Es ist nicht allein der technische Fortschritt, der den Automatisierungsgrad in der Industrie erhöht. Politische Spannungen, gerade zwischen den wirtschaftlichen Supermächten USA und China, führen Firmenlenkern vor Augen, dass granulare Lieferketten ein hohes Maß an Verwundbarkeit in Krisenzeiten bedeuten können. Das führt zu einem langfristigen Trend, der die Globalisierung der letzten Jahrzehnte teilweise zurückdreht. Industrien und Zulieferer werden aus politisch unsicheren Regionen zurückgeholt und in der Nähe wieder aufgebaut. Die USA bspw. hat mit Investitionsprogrammen zusätzlich signifikante Anreize geschaffen, um Ansiedlungen im eigenen Land zu forcieren. Die Pläne der Trump-Administration dürften den Prozess beschleunigen. Natürlich findet der Neubau auf dem neuesten Stand der Technik statt - mit einem hohen Maß an Automatisierung. Ein Trend für Jahre.
Elektrifizierung
Die Elektrifizierung umfasst mittlerweile viele Bereiche. Im Transportwesen schreitet die Elektromobilität, ungeachtet der jüngsten Verkaufsdellen im PKW-Segment in Deutschland, voran. Ob es zum Aus des Verbrennungsmotors kommt, wird man sehen. Alternative Kraftstoffe werden in den nächsten Jahren mit Sicherheit eine größere Rolle als bisher spielen, vor allem in der Luft- und Seefahrt. Die Internationale Energieagentur (IEA) schreibt dem Immobiliensektor eine gewichtige Rolle in der Dekarbonisierung zu. Um das Ziel zu erreichen, 2050 klimaneutral zu sein, muss die Elektrifizierung der Heizsysteme und die Gebäudeeffizienz steigen. Das bedeutet einen Verzicht auf herkömmliche Öl- oder Gasheizungen und bspw. LED als Leuchtmittel sowie signifikante Anstrengungen im Bereich der Wärmedämmung. Industrieunternehmen haben bereits heute mit gestiegenen Energiekosten zu kämpfen. Steigende Preise für CO2-Zertifikate werden dazukommen, sodass mit einem Voranschreiten der Elektrifizierung zu rechnen ist. Innovative Lösungen bspw. in der Automatisierung dienen in der Produktionsprozesskette dazu, die Effizienz und auch den CO2-Fußabdruck zu verbessern. Künstliche Intelligenz wird dabei helfen, Prozesse zu verkürzen und Einsparungspotenzial anzuheben.